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Im Blickpunkt: Der Hamburger SV II


Der Hamburger SV II hat sich nach einem schwachen Saisonstart in die obere Hälfte der Regionalliga-Tabelle vorgeschoben. Großen Anteil daran hatte vor allem Bakery Jatta.

Das Märchen Bakery Jatta

2015 flüchtete Bakery Jatta als 17-jähriger aus Gambia nach Deutschland. Er landet in der Akademie des ehemaligen Boxers Lothar Kannenberg in der Nähe von Bremen. Auf dessen Vermittlung kommt Jatta schnell zunächst zum SV Werder, wo sein fußballerisches Talent sofort erkannt, ihm allerdings „nur“ einen Vorvertrag angeboten wird. Dies hilft Jatta in den Bemühungen um eine Aufenthaltsgenehmigung nicht, ihn zieht es weiter nach Hamburg. Dort darf er Anfang 2016 erstmals unter Ex-Trainer Bruno Labbadia mittrainieren, hinterlässt einen guten Eindruck und unterschreibt im August einen 3-Jahresvertrag. Jatta bekommt den Aufenthaltstitel, Anfang September ist auch die Spielgenehmigung da. Vier Tage später kommt der inzwischen 18jährige in der U21 im Punktspiel beim BSV Rehden erstmals zum Einsatz und erzielt beim 2:0-Erfolg der Rothosen beide Treffer. Nur eine Woche später im Heimspiel gegen Hildesheim schnürt er einen weiteren Doppelpack, erzielt beim 3:1-Sieg die ersten beiden Treffer. Bei der 2:3-Niederlage in Egestorf und beim 2:2-Unentschieden im kleinen Stadtderby gegen den FC St. Pauli II traf Jatta zuletzt aber nicht.

Nach schlechtem Start ins obere Drittel

Der Start verlief für den HSV II ernüchternd. Beim TSV Havelse gab es zum Auftakt eine 0:3-Niederlage und auch das Heimdebüt gegen den SV Eichede ging mit 2:3 verloren. Ein erster Achtungserfolg gelang bei der stark gestarteten Zweitvertretung von Hannover 96 (1:1), es folgten gegen den zweiten Aufsteiger Lupo Martini Wolfsburg (1:0) und bei Eintracht Braunschweig II (5:1) zwei weitere Siege. Mit 19 erzielten Treffern zählt die HSV-Offensive zur zweitstärksten Offensive, mit 16 Gegentreffern haben die Hamburger allerdings auch die löchrigste Defensive der Top Ten der Regionalliga.

Neuausrichtung der „Zwoten“

Der HSV strukturiert seinen Nachwuchsbereich und somit auch das Flaggschiff der Young Talents neu, eine höhere Durchlässigkeit soll geschaffen werden. Die Regionalligamannschaft wurde enorm verjüngt, aus der U23 formte man eine U21. Inzwischen erfahrene Spieler wie der Ex-VfBer Ahmet Arslan und Philipp Müller haben den Verein verlassen, gleich acht Spieler aus der U19 stiegen in den Herrenbereich auf. Darüber hinaus stehen mit Gilian Jurcher und Dren Feka zwei weitere 97er Jahrgänge im Kader, die bereits im vergangenen Jahr Regionalligaerfahrung sammelten. Mit Törles Knöll (FSV Mainz 05 U19) und Dennis Strompen (SV Meppen) gab es nur zwei externe Neuzgänge.

Ebenfalls neu ist der Trainer: Dirk Kunert bringt reichlich Erfahrung aus der Nachwuchsarbeit mit, trainierte zuvor die U19 des VfL Wolfsburg, die U19 und U17 von Hertha BSC Berlin und die U20 des DFB. Mit den Berlinern und den Wölfen wurde er insgesamt drei Mal deutscher Meister. Nach einem Jahr Auszeit fand der 48jährige beim HSV eine neue Herausforderung.

So geht’s weiter

Für den HSV geht es nach dem Gastspiel auf der Lohmühle mit einem Heimspiel gegen Drochtersen/Assel sowie den schweren Hürden beim VfL Wolfsburg II, gegen den SV Meppen und beim Lüneburger SK weiter. Das Rückspiel findet am ersten April-Wochenende in Hamburg statt.