VfB Lübeck - FC Eintracht Norderstedt

Im Blickpunkt: Hannover 96 II


Als enttäuschend dürfte man den Saisonstart der U23 von Hannover 96, nächster Gegner des VfB Lübeck auf der Lohmühle am kommenden Mittwoch (Anstoß: 19:30 Uhr) einstufen: Nach acht Spieltagen steht man mit gerade einmal sieben Punkten auf Platz 16, der gleichbedeutend ist mit dem ersten Abstiegsplatz.

Dabei war der Auftakt vielversprechend: Ausgerechnet den aktuellen Tabellenführer der Regionalliga Nord brachte man am zweiten Spieltag die erste und bislang einzige Saisonniederlage bei – mit 4:1 fiel diese auch noch äußerst deftig aus. Die frühe Oldenburger Führung aus der zweiten Spielminute drehte Hannover in Person von Roman Prokoph nach dem Seitenwechsel mit einem lupenreinen Hattrick binnen neun Minuten. Sebastian Ernst setzte den Schlusspunkt. Prokoph, im Januar 2014 vom VfL Osnabrück nach Hannover gewechselt, wird damit auch in dieser Saison seinem Ruf als Torjäger gerecht: Insgesamt erzielte der 30jährige Routinier, der unter anderem schon für den VfL Bochum, FC St. Pauli, Union Berlin, SpVgg Unterhaching und den österreichischen Erstligisten SV Kapfenberg stürmte, in 51 Einsätzen 28 Tore. In der laufenden Spielzeit war er acht Mal erfolgreich und erzielte damit 80 Prozent der bisherigen 96-Treffer (insgesamt 10).

Den zweiten und bislang letzten Saisonsieg feierte 96 beim TSV Schilksee, als man in der Nachspielzeit einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Erfolg drehen konnte – doppelter Torschütze war Roman Prokoph. Danach folgte ein Unentschieden in Cloppenburg und zwei Niederlagen gegen den ETSV Weiche Flensburg (1:2) und beim SV Drochtersen/Assel (0:1).

Seit Saisonbeginn steht mit Michael Krüger ein neuer Trainer des 96-Nachwuchses an der Seitenlinie. Krüger löste nach zwei Jahren Sören Osterland ab, der nun für die U19-Nationalmannschaft Ungarns verantwortlich ist. Krüger gilt als Weltenbummler. Nach Beginn seiner Trainerlaufbahn Anfang der 1980er Jahre weist seine Vita insgesamt 23 Stationen in fünf Ländern aus. Neben seiner Tätigkeit in Deutschland war er zuletzt vermehrt in Ägypten, Sudan, Äthiopien und der Türkei aktiv. Hannover ist eine Rückkehr zu seinen Wurzeln: Der inzwischen 61jährige gebürtige Lüneburger trainierte die Niedersachsen von September 1989 fast genau ein Jahr lang in der 2. Bundesliga und schloss sich danach unter anderem den Landesrivalen VfL Wolfsburg II und Eintracht Braunschweig an. Im Norden war er unter anderem für Holstein Kiel (94/95) und als Co-Trainer für Hansa Rostock (92/93) aktiv.

Krüger musste zu Saisonbeginn elf Neuzugänge in seinen Kader einbauen, darunter sieben Akteure aus der eigenen U19 und mit Dennis Hoins (22/Arminia Hannover), Markus Ballmert (21/FSV Frankfurt), Melih Hortum (20/Hertha Zehlendorf) und Janik Bachmann (19/Darmstadt 98) vier hoffnungsvolle Talente aus anderen Vereinen. Unter den ebenfalls elf Abgängen wechselten Tobias Fölster und Philipp Rusteberg (beide zum TSV Havelse) und Jannis Pläschke (VfL Wolfsburg II) zu Regionalligakonkurrenten, Maurice Hirsch und Mike-Steven Bähre zählen offiziell zum Bundesligakader der 96er. Dort kamen allerdings beide noch nicht zum Einsatz, Hirsch kam immerhin noch einmal zu einem Regionalligaeinsatz.