Im Blickpunkt: TSV Havelse

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Im Blickpunkt: TSV Havelse

Mit dem TSV Havelse kommt am Samstag ein echter Brocken auf die Lohmühle. Gerade einmal drei Niederlagen kassierten die Garbsener im bisherigen Saisonverlauf – und damit genauso viele wie der souveräne Spitzenreiter SV Meppen.

Havelse mit nur einer Heimniederlage

Den Grundstein für dieses bislang überragende Abschneiden legte der TSV Havelse im heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion, wo man 24 der insgesamt 35 Zähler einsammelte. Mit sieben Siegen und drei Unentschieden stellt die Mannschaft von Trainer Alexander Kiene die zweitbeste Heimelf der Liga. Nur eine Niederlage kassierte der ehemalige Zweitligist bislang – beim 0:2 im Hinspiel gegen den VfB.

Auswärts hingegen läuft es nicht ganz so rund. Nur die beiden Spiele beim SV Eichede (4:0) und beim FC St. Pauli II (2:0) konnten erfolgreich bestritten werden. Dem gegenüber stehen fünf Unentschieden und zwei Niederlagen im Derby in Hildesheim (0:3) und bei Lupo Martini Wolfsburg (1:3).

Remis-Könige haben das Sieger-Gen entdeckt

Nach sechs Unentschieden in Serie (!) in den Monaten September und Oktober zeigte Havelse zuletzt, dass sie Spiele auch gewinnen können. Seit fünf Partien ist die Kiene-Elf ungeschlagen, vier davon konnte sie siegreich gestalten und kassierte in dieser Zeit nur zwei Gegentore. Mit acht Punkteteilungen zählt der TSV als aktueller Tabellendritte immer noch zu den Remis-Königen der Liga.

Der erste Auftritt in diesem Jahr bedurfte allerdings eines langen Atems. Der Siegtreffer gegen das Schlusslicht SV Eichede fiel erst in der Nachspielzeit – durch keinen geringeren als Havelses Torgarant Deniz Undav. Mit 14 Treffern in 18 Einsätzen führt der 20jährige gemeinsam mit Meppens Benjamin Girth die Torjägerliste der Regionalliga Nord an. Der Angreifer, der in der vergangenen Saison in seinem Premierenjahr im Herrenbereich bereits 16 Mal ins Schwarze traf, ist auf dem besten Wege, diese Marke nun zu übertreffen.

Kiene mit starker Regionalliga-Bilanz

Seit dem 12. Oktober 2015 ist Alexander Kiene Chef auf der Havelser Trainerbank. Zuvor trainierte er den Regionalligakonkurrenten BSV Rehden, den er nach Übernahme aus schier aussichtloser Position noch zum Klassenerhalt führte. Sein Wechsel während der darauffolgenden Saison zurück in die Heimat Hannover wirbelte einigen Staub auf. Aber auch in Havelse zeigte der A-Lizenz-Inhaber seine Qualitäten und führte das Gründungsmitglied der aktuellen Regionalliga Nord auf den derzeitigen dritten Tabellenplatz. Nur 15 Niederlagen in 67 Spielen und durchschnittlich 1,62 Punkte sind ein Topwert im ligaweiten Trainervergleich.

Interessant: Während er mit Rehden beide Partien gegen den VfB deutlich gewann (3:0 und 4:0), verlor er mit Havelse beide Begegnungen (1:2 und 0:2).

Club aus Garbsen mit Zweitliga-Vergangenheit

Am 14. Juni 1990 wurden 6000 Fans Zeuge des größten Erfolges der Vereinsgeschichte. An jenem Tag war der Wuppertaler SV, selbst jenseits von gut und böse, in der Aufstiegsrunde zum Bundesliga-Unterhaus in der 4500-Seelen-Gemeinde zu Gast. Der WSV wehrte sich jedoch tapfer, ging in Führung und glich später zum 2:2 aus. Die Nerven von Trainer Volker Finke und den Fans waren dem Zerreißen nahe, ehe Lars Beike per direkt verwandeltem Freistoß die Erlösung gelang.

In den bundesweiten Redaktionen der Republik verfiel man in Hektik. Wo zum Teufel liegt denn dieses „Kaff“? Und wie wird es bloß korrekt ausgesprochen? Heute weiß man es: Havelse ist Bestandteil der westlich von Hannover gelegenen Stadt Garbsen und wird keinesfalls, wie „RTL plus“ anno 1990 vermutete, „Hawellsee“ ausgesprochen, sondern mit langem „a“, weichem „v“ und nur dezent gehauchtem „e“ – Havelse eben. (Quelle: Legendäre Fußballvereine Norddeutschland)

Von | 2017-02-09T12:12:08+00:00 9. Februar 2017|Allgemein|