Im Blickpunkt: TSV Havelse

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Im Blickpunkt: TSV Havelse

Mit dem TSV Havelse kommt am Dienstag (28.3., 19:30 Uhr) ein echter Brocken zum Nachholspiel auf die Lohmühle. Gerade einmal fünf Niederlagen kassierten die Garbsener im bisherigen Saisonverlauf – und damit nur eine mehr als die Topteams aus Meppen und Flensburg. Allerdings: Zwei Niederlagen kassierte Havelse in den letzten beiden Spielen und blieb dabei ohne eigenes Tor.

Bärenstarke Heimelf

Den Grundstein für dieses bislang überragende Abschneiden legte der TSV Havelse im heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion, wo man 28 der insgesamt 41 Zähler einsammelte. Mit acht Siegen und vier Unentschieden stellt die Mannschaft von Trainer Alexander Kiene die drittbeste Heimelf der Liga. Lange Zeit stand nur eine Heimniederlage gegen den VfB Lübeck (0:2 im Hinspiel) in der Bilanz – am vergangenen Wochenende kam nun ein überraschendes 0:1 gegen Eintracht Braunschweig hinzu.

Auswärts hingegen läuft es nicht ganz so rund. Nur die beiden Spiele beim SV Eichede (4:0) und beim FC St. Pauli II (2:0) konnten erfolgreich bestritten werden. Dem gegenüber stehen sieben Unentschieden (drei davon in den letzten vier Spielen) und drei Niederlagen im Derby in Hildesheim (0:3), bei Lupo Martini Wolfsburg (1:3) und zuletzt in Meppen.

Remis-Könige haben das Sieger-Gen entdeckt

Nach sechs Unentschieden in Serie (!) in den Monaten September und Oktober zeigte Havelse zuletzt, dass sie Spiele auch gewinnen können. Gegen Braunschweig endete eine Serie von neun ungeschlagenen Spielen in Serie – darunter fünf Siege. Mit elf Punkteteilungen ist der TSV momentan der Remis-König der Liga, nur zwei Niederlagen in den letzten 18 Spielen zeigen, wie schwer Havelse zu knacken ist.

Auf Havelses Torgarant Deniz Undav ist nach wie vor Verlass. Mit 15 Treffern in 23 Einsätzen liegt der 20jährige in der Torjägerliste der Regionalliga Nord knapp hinter Meppens Benjamin Girth. Der Angreifer, der in der vergangenen Saison in seinem Premierenjahr im Herrenbereich bereits 16 Mal ins Schwarze traf, ist auf dem besten Wege, diese Marke nun zu übertreffen.

Kiene mit starker Regionalliga-Bilanz

Seit dem 12. Oktober 2015 ist Alexander Kiene Chef auf der Havelser Trainerbank. Zuvor trainierte er den Regionalligakonkurrenten BSV Rehden, den er nach Übernahme aus schier aussichtloser Position noch zum Klassenerhalt führte. Sein Wechsel während der darauffolgenden Saison zurück in die Heimat Hannover wirbelte einigen Staub auf. Aber auch in Havelse zeigte der A-Lizenz-Inhaber seine Qualitäten und führte das Gründungsmitglied der aktuellen Regionalliga Nord auf den derzeitigen dritten Tabellenplatz. Nur 17 Niederlagen in 73 Spielen und durchschnittlich 1,61 Punkte sind ein Topwert im ligaweiten Trainervergleich.

Interessant: Während er mit Rehden beide Partien gegen den VfB deutlich gewann (3:0 und 4:0), verlor er mit Havelse übrigens beide Begegnungen (1:2 und 0:2).

Club aus Garbsen mit Zweitliga-Vergangenheit

Am 14. Juni 1990 wurden 6000 Fans Zeuge des größten Erfolges der Vereinsgeschichte. An jenem Tag war der Wuppertaler SV, selbst jenseits von gut und böse, in der Aufstiegsrunde zum Bundesliga-Unterhaus in der 4500-Seelen-Gemeinde zu Gast. Der WSV wehrte sich jedoch tapfer, ging in Führung und glich später zum 2:2 aus. Die Nerven von Trainer Volker Finke und den Fans waren dem Zerreißen nahe, ehe Lars Beike per direkt verwandeltem Freistoß die Erlösung gelang.

In den bundesweiten Redaktionen der Republik verfiel man in Hektik. Wo zum Teufel liegt denn dieses „Kaff“? Und wie wird es bloß korrekt ausgesprochen? Heute weiß man es: Havelse ist Bestandteil der westlich von Hannover gelegenen Stadt Garbsen und wird keinesfalls, wie „RTL plus“ anno 1990 vermutete, „Hawellsee“ ausgesprochen, sondern mit langem „a“, weichem „v“ und nur dezent gehauchtem „e“ – Havelse eben. (Quelle: Legendäre Fußballvereine Norddeutschland)

Von | 2017-05-05T12:09:41+00:00 26. März 2017|1. Herren|