Website_Ank++ndigung_R++ckrunde 201744

Im Blickpunkt: VfL Wolfsburg II


Mit dem VfL Wolfsburg II gibt am Samstag (Anstoß 14 Uhr) der Vorjahresmeister seine Visitenkarte auf der Lohmühle ab. Wolfsburg hatte im bisherigen Saisonverlauf einige Probleme zu bewerkstelligen. Zwar liegen die Jungwölfe aktuell auf Platz fünf und nur drei Punkte hinter dem VfB, allerdings haben sie als einzige Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte schon 22 Spiele absolviert.

Wölfe zeigen eklatante Auswärtsschwäche

Ungewohnt ist die diesjährige Auswärtsschwäche des VfL Wolfsburg II. Lediglich eines von elf Partien konnte Wolfsburg auf fremden Plätzen gewinnen. Dieser Auswärtssieg (2:0) gelang auch noch vor der eigenen Haustür – beim Nachbarn Lupo Martini. Dem gegenüber stehen fünf Unentschieden und fünf Niederlagen sowie gerade einmal acht eigene Treffer. Die Auswärtstabelle weist somit einen mageren zwölften Tabellenplatz aus – mit gerade einmal zwei Zählern Vorsprung auf den Letzten VfV Hildesheim.

Im AOK Stadion eine Macht

Ganz anders sieht es dagegen im heimischen AOK-Stadion aus. Mit acht Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen ist man hinter dem SV Meppen die zweitstärke Regionalligamannschaft und erzielte insgesamt 23 Treffer. Der Wolfsburger Heimstärke hatte auch der VfB im Hinspiel nichts entgegen zu setzen, als man Anfang September mit 1:2 unterlag. Mit dem gleichen Ergebnis und somit ebenfalls mit leeren Händen trat auch der SV Meppen die Heimreise an. Nur der Hamburger SV II (1:3) und vor zwei Wochen überraschender Weise der Aufsteiger Germania Egestorf (0:2) konnten alle drei Punkte aus Wolfsburg mitnehmen.

Ziehl übernahm für Ismail

Im Hinspiel nahm wie auch in den Begegnungen zuvor noch Ex-Bundesligaprofi Valerien Ismail als verantwortlicher Coach auf der Bank Platz. Als sich der VfL im Oktober jedoch vom ehemaligen VfB-Trainer Dieter Hecking trennte, stand für Ismail mit der Beförderung auf den Trainerstuhl der Bundesligamannschaft der nächste Schritt in der Karriereleiter an. Ismails bisheriger Co-Trainer Rüdiger Ziehl übernahm zunächst interimsweise. Inzwischen ist klar, dass der 39jährige die sportliche Verantwortung mindestens bis zum Saisonende trägt. In seine bisherige Amtszeit als Chef fallen fünf Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen.

Prominenter Neuzugang

Einen freiwilligen Abstieg hat Philipp Wollscheid vollzogen. Im September stand er noch für die Bundesligamannschaft im Spiel gegen Werder Bremen auf dem Platz, danach verlor der von Stoke City ausgeliehene Innenverteidiger nicht nur den Platz in der Stammelf – er verschwand gleich gänzlich aus dem Kader. Im Dezember folgte dann sogar eine vorübergehende Suspendierung des zweifachen Nationalspielers. Nun will der 27jährige einfach „nur noch Fußball spielen“ und entschied sich für einen Wechsel in die Zweite des VfL. Wollscheids Stern ging beim 1. FC Nürnberg auf. 2012 wechselte er von dort für 7 Millionen Euro nach Leverkusen, 2015 nach einer zwischenzeitlichen Leihe an Mainz 05 für knapp vier Millionen Euro auf die Insel zu Stoke City.  Zuletzt fehlte er verletzt – Feiert er auf der Lohmühle seinen Einstand?

Zwei Abgänge im Winter

Mit Anton Donkor (12 Spiele, 1 Tor/Leihe FC Everton) und Oskar Zawada (14 Einsätze/KSC) gab der VfL in der Winterpause zwei Talente ab. Zugänge gab es für die Mannschaft, die in Sommer-Neuzugang Marcel Reichwein mit 12 Treffern einen echten, erfahrenen Torjäger in ihren Reihen haben, bis auf Wollscheid keinen.

Quo vadis, VfL?

Die VW-Krise zieht ihre Kreise und hat natürlich Auswirkungen auf den Fußball. VW will den Wolfsburger Nachrichten zufolge ihr millionenschweres Engagement um 20 Millionen Euro kürzen. Nur wo? Im Nachwuchs, bei den Profis, im Frauenfußball? Auf die Entwicklung und welche Auswirkungen diese auf die kommende Regionalligasaison haben kann, darf man gespannt sein.