VfB-Chronik Teil 12: Ein echter Sportsmann in grün und weiß

Am 15. Oktober 2015 wurde Jürgen Brinckmann auf der Jahreshauptversammlung zum ersten Ehrenspielführer  des VfB Lübeck ernannt. Grund genug, noch einmal auf eine einzigartige Karriere in grün und weiß zurückzublicken.

Nur ein einziges Spiel herauszuheben, das würde Jürgen Brinckmann bei weitem nicht gerecht werden. Von 1958 bis 1975, also unvorstellbare 17 Jahre lang, trug Jürgen Brinckmann das VfB-Trikot. Er absolvierte unzählige überragende Spiele für den VfB und durfte sich mit den Fußballgrößen Deutschlands messen, unter ihnen Uwe Seeler, Joseph Posipal und Charly Dörfel, um nur einige wenige zu nennen. Über 700 Ligaspiele waren es insgesamt. Eine Vereinstreue, wie sie heute und wohl auch in der Zukunft nicht mehr zu finden sein wird. “Brinko“ spielte nur für seinen VfB!

Jürgen Brinckmann war dabei, als der VfB vor 20.000 Fans auf der Lohmühle den HSV mit Uwe Seeler empfing, als der VfB den frisch gebackenen Deutschen Meister 1860 München im DFB Pokal bis in die Verlängerung zwang und als die Grünweißen 1969 die Bundesligaaufstiegsrunde erreichten. Große Worte hatte auch der damalige VfB Trainer Kurt „Jockel“ Krause für den Dauerbrenner des VfB: „Wäre Jürgen Brinckmann nicht aufgrund seiner Meniskusverletzung in den letzten Spielen ausgefallen, hätte der VfB Lübeck zum zweiten Male nach 1969 an den Aufstiegsspielen zur Bundesliga teilgenommen.“

„Die Zuschauer sind damals ganz anders mitgegangen als heute“, schwärmt Brinckmann von den vollen Kulissen, vor denen er damals spielen durfte. „Wenn der HSV, Werder Bremen oder Eintracht Braunschweig in Lübeck waren, war das Stadion voll und die ganze Lohmühle stand hinter uns!“

Im Alter von 13 Jahren kam der inzwischen 76jährige in die Schülermannschaft (heute gleichbedeutend mit der C-Jugend) des VfB. Als Halbstürmer schaffte er 1958 den Sprung in die Liga-Mannschaft, wusste von Beginn an zu überzeugen und hatte schnell einen Stammplatz inne. Weitere hochkarätige VfB-Persönlichkeiten wie beispielsweise Jonny Felgenhauer, Max Hoppe und Heini Schröder hatte er um sich.

VfB-Trainer Heinz Lucas stellte sein System seinerzeit auf ein Spiel mit Libero um – Eine Position wie geschaffen für Jürgen Brinckmann. Fortan war er der Chef im Abwehrzentrum, füllte diese Aufgabe souverän und besonnen aus und wusste zu überzeugen. „Er war recht schnell Dreh- und Angelpunkt unserer Mannschaft. Er spielte so gut wie nie Foul, konnte die Bälle meistens souverän ablaufen. Und wenn er doch mal grätschte, konnte man sicher sein, dass er den Ball sauber eroberte“, schwärmt der ehemalige Präsident und heutige Aufsichtsratsvorsitzende des VfB Lübeck, Dietmar Scholze, noch heute über „Streichholz“-Brinckmann.

Scholze bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Jürgen ist VfBer durch und durch!“ Dem VfB Lübeck hielt Brinckmann auch nach seiner aktiven Zeit die Treue, besonders die Jugendarbeit lag ihm immer am Herzen. So feierte er als Trainer unserer A-Jugend Aufstiege und Pokalsiege und ist heute als Nachwuchskoordinator immer noch hautnah dabei, wenn unsere U23 in der Oberliga Nord und die A-, B- und C-Jugendlichen in den jeweiligen Regionalligen um Punkte kämpfen. Außerdem kümmert er sich um alle organisatorischen Belange der Jugendmannschaften. „Langweilig wird’s mir auch heute nie“, schmunzelt er. Auch bei den Liga-Heimspielen fiebert Brinckmann stets auf der Tribüne mit.

Treffende, abschließende Worte findet Dietmar Scholze: „Jürgen ist ein toller Kerl, einer, der immer für den VfB Lübeck da war und sich auch heute noch um viele Belange im Verein kümmert. Jeder Verein kann sich glücklich schätzen, einen Mann wie Jürgen Brinckmann in den eigenen Reihen zu haben!“