Egal ob Fan, Funktionär, Spieler oder Trainer – sie alle eint ihre Verbindung zum VfB Lübeck. Die einen haben dem Verein ihre ewige Treue geschworen und sind ihm ihr Leben lang verbunden, für einige andere war es ein ganz besonderer Abschnitt ihrer Karriereleiter. Nach ihrem ganz besonderen VfB-Moment befragt, wussten sie alle sofort eine Anekdote zu erzählen.

Jürgen Brinckmann, Ehrenspielführer des VfB: „Der 6. März 1960 bleibt mir unvergessen. Es war ein Spiel auf der Lohmühle gegen den HSV. In der 43.Minute erzielte ich das 1:0. Im Sport Megafon schrieb Ernst Werner dazu: ‚Aus dem Hintergrund ließ Außenläufer Brinckmann, unbestritten bester VfBer gestern, einen sensationell gelingenden Schuss los. Von der unteren Lattenkante sprang der Ball ins Tor.‘ 20.000 Zuschauer waren im Stadion.“

Holger Behnert: „Über 40 Jahre trage ich bereits das VfB Emblem auf meiner linken Brust. Geprägt von unzähligen Meisterschaften, ragen die gemachten Erfahrungen aus der 2. Bundesliga heraus. Erfolg und Misserfolg zeigen einem die wahren Freunde im Fußballleben! In der jetzigen Saison sehe ich die Mannschaft als Favoriten für den Aufstieg in die 3. Liga. Lübeck hat es auch endlich wieder verdient am Profi Fußball teilzunehmen. Ich drücke dem Trainerstab und der Mannschaft ganz fest die Daumen.“

Klaus Borchert, VfB Urgestein: „Im Alter von acht Jahren bin ich mit meinem Vater zur Lohmühle gepilgert. Ab diesem Zeitpunkt hatte mich die Atmosphäre „Lohmühle“ infiziert und die Leidenschaft zum VfB war da und hat mich nicht mehr losgelassen. Mein Herz schlägt seitdem Grün-Weiß und mein Blut war und ist nicht mehr rot. Viele sportliche Erfolge habe ich als Spieler, Trainer, Co-Trainer und Teammanager erlebt. Diverse Aufstiege, aber auch Abstiege gehörten dazu.

Aber nicht nur die sportlichen Dinge standen im Mittelpunkt, auch viele Freundschaften sind entstanden und bestehen noch bis zum heutigen Tage. Ich habe Menschen durch den VfB Lübeck kennengelernt, wie Dietmar Scholze, der leider viel zu früh verstorben ist, Molle Schütt, Rolf Oberbeck und andere, die mein Leben mitgeprägt haben.

Meine persönlichen Highlights waren die Aufstiege in die Regionalliga mit Ernst Menzel und in die 2.Liga, einmal mit Michael Lorkowski und dann mit Dieter Hecking und Dirk Bremser.“

Timo Neumann, ehemaliger Spieler und aktueller Aufsichtsrat: „Mein VfB-Moment war, so komisch es klingt, das erste Spiel nach meinem verletzungsbedingten Karriereende. Unsere Fans hatten im A-Block eine unglaubliche Choreographie für mich organisiert, die mich tief bewegt hat. Das hat mir gezeigt, dass man die Fans auf der Lohmühle mit Identifikation, 100 prozentiger Hingabe, Einsatz und Leidenschaft für sich und den Verein gewinnen kann.“

Claudius Weber, VfB-Spieler (2006-2008): „Mein unvergessener Moment schlechthin war natürlich der Auswärtssieg mit der U23 in Kiel 2007 mit meinen zwei Toren. Aber, was manche vielleicht gar nicht mehr so auf dem Schirm haben, ist, dass der damals arg gebeutelte VfB Lübeck nach einer langen Niederlagenserie sein Heimspiel gegen Dynamo Dresden mit 1:0 gewann.  Und ihr dürft gern erraten, wer das Tor erzielt hat! Genau diesen Spirit wünsche ich allen Beteiligten beim VfB!“

Tim Cassel, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen-Fußballverbandes: „Ich hatte als aktiver Fußballer das Glück, drei Mal für den VfB Lübeck in der 2. Bundesliga spielen zu dürfen. Bis heute unvergessen ist für mich dabei ein Heimspiel gegen den am Ende der Saison 2003/2004 in die Bundesliga aufsteigenden FSV Mainz 05 mit Jürgen Klopp als Trainer an der Seitenlinie. Trotz einer bitteren 1:4 Niederlage (nach 1:0 Führung durch Scharping) sind Spiele in einem vollen Stadion an der Lohmühle mit der dort herrschenden unvergleichlichen Atmosphäre für jeden Fußballer immer etwas Besonderes.

Unvergessen auch das Halbfinale im DFB-Pokal im ausverkauften Weserstadion, das ich von der Ersatzbank als zweiter Torwart erleben durfte. Zusammen mit 10 000 Lübecker Auswärtsfans im Stadion (!) sah ich eine denkbar knappe 3:2 Niederlage. Das entscheidende Tor fiel kurz vor Ende der Verlängerung und war aus meiner (und auch aus Sicht der meisten Lübecker Zuschauer) irregulär.

Ich gratuliere dem VfB Lübeck herzlich zum 100. Geburtstag und wünsche dem Verein, dass er schnell wieder in den Profifußball (genauer: in die 2. Bundesliga) kommt.  Denn da gehört er hin. Dann hätten wir auch endlich zwei Zweitligisten aus Schleswig-Holstein.“