Der VfB Lübeck hat die Tabellenführung in der Regionalliga Nord verteidigt. Gegen den Tabellenfünften SV Werder Bremen II bogen die Grün-Weißen einen 0:1-Rückstand durch zwei Kopfballtore von Patrick Hobsch und Tommy Grupe in einen verdienten 2:1-Sieg um und schraubten das Punktekonto auf nunmehr 30 Zähler in die Höhe.

Die Ausgangslage

Nach der Niederlage beim BSV Rehden konnte der VfB Lübeck in den vergangenen Wochen wieder zwei Siege einfahren und die Tabellenspitze erobern. Werders U23 hatte nach einem schlechten Saisonstart mit zwei Unentschieden und vier Siegen am Stück den Anschluss an die Tabellenspitze wiederhergestellt, diese Serie jedoch wurde am vergangenen Wochenende daheim gegen Eintracht Norderstedt mit einem 1:3 jäh unterbrochen.

Die Aufstellungen

Trainer Rolf Landerl setzte bis auf eine Ausnahme auf die gleiche, erfolgreiche Formation aus dem  HSV-Spiel in der Vorwoche. Der gesperrte Tim Weißmann musste heute zuschauen und wurde von Daniel Halke ersetzt, der natürlich auch die Kapitänsbinde übernahm.

Die Bremer boten hingegen eine echte U23 auf. Genauer betrachtet reizten sie diesen Rahmen gar nicht aus, denn in der Anfangsformation war kein Spieler älter als 20 Jahre. Die „Oldies“ kamen erst im weiteren Spielverlauf in die Partie. Kevin Schumacher und Malte Karbstein warfen stolze 21 Lenze in die Waagschale.

Die Highlights

Den Regenfällen der vergangenen Tage geschuldet, hatten die Kicker mit einem tiefen Geläuf zu tun. Dafür bekamen die 3.049 Zuschauer dennoch ein ansehnliches Fußballspiel zu sehen, bei dem der VfB von Beginn an das Heft des Handelns in den Händen hielt. Nach einem frühen Bremer Patzer hatte Patrick Hobsch erstmals die Führung auf dem Fuß, der Ball versprang ihm jedoch allein auf den Torwart zugehend im letzten Moment (6.).  Auch die nächste Gelegenheit hatte Hobsch auf dem Puschen, doch dessen Abschluss geriet zu schwach, nachdem Arslan und Deichmann sehenswert vorbereitet hatten (15.). Dieses Trio war ebenfalls am nächsten Vorstoß beteiligt. Arslan hatte prima eingeleitet und Deichmann auf einen seiner vielen Wege geschickt, dessen Flanke auf Hobsch jedoch war zu ungenau, so dass auch diese Chance ungenutzt verpuffte (18.).

Spätestens in der 22. Minute hätte Hobsch netzen müssen, scheiterte, natürlich nach Deichmann-Vorarbeit, aus zehn Metern freistehend an einem guten Plogmann-Reflex (22.).

Völlig kalt erwischte es den VfB kurz darauf, als Philipp frei vor Raeder auftauchte und mit einem Heber ins lange Eck die bis dato erste Gelegenheit eiskalt nutzte (26.). Die Bremer schienen es selbst kaum zu glauben und stießen erstmal gemeinsam vor der Auswechselbank auf diesen Erfolg an – ungewöhnlich.

Ähnlich wie schon in Hamburg schien der nicht dem Spielverlauf entsprechende Rückstand unserer Mannschaft nichts anzuhaben. Die mentale Stabilität scheint zurück. Ein gefährlicher Arslan-Schuss wurde zur Ecke abgefälscht (29.), kurz darauf traf er ans Außennetz (36.).  Auf der anderen Seite scheiterte Philipp diesmal aus ähnlicher Position wie beim Führungstor am reaktionsstarken Raeder (33.).

Den völlig verdienten Ausgleich erzielte Hobsch kurz vor der Pause mit einem perfekten Kopfball nach ebenso mustergültiger Flanke von Ahmet Arslan ins linke untere Eck – 1:1 (40.).

Nach dem Seitenwechsel hielt Raeder den VfB im Spiel, als er gegen den frei zum Schuss kommenden Badjie prächtig reagierte (47.). Doch in der Folgezeit hatten die Bremer offensiv kaum mehr was zu melden. Der VfB setzte hingegen immer wieder seine Nadelstiche und wurde vor allem wieder und wieder über Ahmet Arslan angetrieben. Zunächst fand seine gefährlich verlängerte Ecke keinen Abnehmer (48.), dann behauptete er sich in einem eins gegen eins, verpasste das Tor bei seinem Abschluss jedoch deutlich (48.). Auch am Führungstreffer war er entscheidend beteiligt: Eine Ecke brachte er passgenau in Richtung Fünfmeterraum, wo Tommy Grupe die Lufthoheit verteidigte und wuchtig zum 2:1 köpfte (57.).

Die Spieler mussten dem tiefen Boden in der Folgezeit mehr und mehr Tribut zollen, die vielen Vorstöße über die Flügel hatten an den Kräften gezehrt. Und so spielte der VfB die letzte halbe Stunde routiniert runter, ohne dabei ernsthaft die Kontrolle über das Geschehen zu verlieren. Möglichkeiten, noch auf 3:1 zu stellen, waren nicht mehr in der Hülle und Fülle des ersten Durchgangs vorhanden, es gab sie aber dennoch. So schoss Hoins nach verunglückter Faustabwehr des Bremer Keepers aus 20 Metern drüber (70.), Arslans Versuch aus 16 Metern nach zuvor feiner Einzelleistung wurde abgeblockt – ein Pass auf den inzwischen eingwechselten Nicolas Hebisch wäre möglicherweise die bessere Alternative gewesen (82.). Zwei Minuten vor dem Ende war Arslans Abschluss nach Hebischs Kopfballverlängerung zu schwach (88.). Bremens einzige Gelegenheit hatte Badjie, der zwar schon an Raeder vorbei war, aus viel spitzem Winkel allerdings nur das Außennetz traf (83.).

So geht’s weiter…

Für den VfB geht es am nächsten Sonntag ins Edmund Plambeck Stadion zu Eintracht Norderstedt. Wir setzen auf zahlreiche, lautstarke Unterstützung unserer Anhänger. Dazu gibt es im Verlauf der Woche noch Stehplatztickets auf der Geschäftsstelle zu erwerben (9 Euro/7 Euro), und ab 11 Uhr soll vom Contidorf dann der größte grün-weiße Autokorso starten.

Foto: Agentur Lobeca

Das Spiel im Stenogramm

VfB Lübeck: Raeder – Arslan, Mende, Deichmann (76. Schelle), Malone, Grupe, Halke, Hoins (86. Kim), Matovina, Hobsch (69. Hebisch), Riedel

SV Werder Bremen II: Plogmann – Fionouke, Becker, van den Berg (64. Schumacher), Pudic (85. Karbstein), Rorig, Poznanski, Badije, Straudi, Gruev (78. MC Mensah Quarshie), Philipp.

Schiedsrichter: Konrad Oldhafer

Zuschauer: 3.049

Tore: 0:1 Philipp (26.), 1:1 Hobsch (40.), 2:1 Grupe (57.)

Gelbe Karten: Matovina – Gruev, Philipp