Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die 520 Zuschauer im Stadion des SSV Jeddeloh am späten Samstagnachmittag. Nach einer torlosen ersten Halbzeit stand nach mehr als 90 Minuten ein 3:3-Unentschieden.

Die Ausgangslage

Der VfB hatte die letzten beiden Auswärtsspiele in Havelse und Drochtersen verloren, dazwischen lag ein klarer 4:0-Heimerfolg gegen Hannover II. Jeddeloh hatte gar die letzten drei Heimspiele verloren, aber gerade gegen die vermeintlichen Topteams gepunktet. In Wolfsburg gab es ein 1:1-Unentschieden, in Bremen zuletzt ein 2:2-Remis.

Die Aufstellungen

Rolf Landerl musste seine Startelf nach der 0:1-Niederlage in Drochtersen auf einer Position umbauen. Sein Kapitän Daniel Halke fehlte ihm nach seiner Gelb-Roten Karte, dafür konnte er auf den wieder genesenen Marcel Schelle setzen. Auf der Bank saß erstmals nach langer Verletzungspause wieder Kresimir Matovina.

Auf Jeddeloher Seite gab es ein Wiedersehen mit Kevin Samide. Der Kapitän der Ammerländer trug zwischen 2011 und 2013 auch das VfB-Trikot.

Highlights

Anders als zuletzt in Drochtersen traf der VfB auf einen Gegner, der durchaus auch Bemühungen im Spiel nach vorn zeigte. Dies ermöglichte den in rot gekleideten Grün-Weißen andere Möglichkeiten im Spiel nach vorn. Wenngleich die wenigen Möglichkeiten durch Hobsch (6./8.) nicht unbedingt in die Kategorie zwingend einzusortieren waren, waren die Spielzüge durchaus gut anzuschauen. Auf der Gegenseite behielt VfB-Keeper Lukas Raeder die Oberhand gegen einen Jeddeloher Angreifer (24.), der VfB hatte weitere Aktionen durch Yannick Deichmann (aus 18 Metern drüber/30.) und Ahmet Arslan, nach einer Schelle-Flanke (40.). 

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann turbulent. Tönnies wurde im Strafraum von Kim ungeschickt zu Fall gebracht, den fälligen Elfmeter verwandelte Ziga sicher (48.). Es dauerte jedoch keine zwei Minuten, ehe auch auf der anderen Seite der Elfmeterpfiff ertönte. Ahmet Arslan blieb ebenso cool und glich aus (50.).

Nach einer guten Stunde Spielzeit geriet der VfB allerdings erneut in Rückstand. Nach einer eigenen Ecke ließen sich die Grünweißen von einem schnellen Konter über Minns übertölpeln, Ex-VfBer Kevin Samide vollendete – 2:1 (62.).

Fortan drückte der VfB auf den Ausgleich, Hoins (72.) und Hobsch (78.) konnten jeweilige Deichmann-Flanken jedoch zunächst nicht verwerten. Fünf Minuten vor Schluss wurde der Bann jedoch gebrochen und Hobsch traf nach Deichmann-Assist per Kopf zum verdienten Ausgleich ein. Der VfB wollte mehr und wurde belohnt: Florian Riedel fasste sich, wie zuletzt schon häufiger, ein Herz und hämmerte das Spielgerät aus rund 25 Metern flach ins rechte untere Eck in die Maschen. Die Erleichterung war spürbar – Reservespieler, bereits Ausgewechselte, Funktionsteam und die gesamte erste Elf bildeten eine riesige Jubeltraube (89.).

Doch die Messe war noch nicht gelesen und in der vierten Minute der Nachspielzeit stach Jeddelohs letztes Ass: Der kurz zuvor erst eingewechselte Mario Fredehorst nutzte eine Konfusion im Lübecker Strafraum aus und traf zum 3:3-Ausgleich (90.+4).

Fazit

Einen Punkt gewonnen, oder doch zwei verloren? Eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist schwierig. Die Erwartungen vor dem Spiel waren gänzlich andere. Nach dem Spielverlauf mit zwei Rückständen allerdings gelang, anders als in den letzten Auswärtsauftritten, durch engagiertes Aufbäumen sogar noch die zwischenzeitlich (sichtbar befreiende) Führung.

So geht’s weiter…

Der VfB freut sich nun auf ein Heimspiel gegen den traditionsreichen Altonaer Fußballclub 93. Am kommenden Samstag geht’s um 14 Uhr auf der Lohmühle um drei weitere Punkte.

Das Spiel im Stenogramm

SSV Jeddeloh: Bohe – Ziga (Goguade), von Aschwege, van Mullem, Hahn, Töpken (88. Fredehorst), Minns, Papachristodoulou, Samide, Tönnies, Kaiser (74. Schaffer)

VfB Lübeck: Raeder – Kim, Arslan (90.1 Lipper), Mende, Deichmann, Malone, Grupe, Schelle (67. Maovina), Hoins (73. Hebisch), Hobsch, Riedel

Schiedsrichter: Mario Birnstiel

Tore: 1:0 iga (48./FE), 1:1 Arslan (50./FE), 2:1 Samide (62.), 2:2 Hobsch (85.), 2:3 Riedel (89.), 3:3 Fredehorst (90.4)

Gelbe Karten: Papachrisodoulou – Riedel

Zuschauer:  520