Das Edmund Plambeck-Stadion in Norderstedt hat dem VfB Lübeck in den vergangenen Jahren wenig Glück gebracht. In dieser Saison gab es an dieser Stelle allerdings die maximale Punktausbeute. Nach dem 2:1-Erfolg bei der hier beheimateten Eintracht im Oktober folgte am Freitagabend gegen den FC St. Pauli II ebenfalls ein 2:1-Auswärtssieg. Yannick Deichmann und Kapitän Daniel Halke erzielten die VfB-Treffer schon im ersten Durchgang.

Ausgangslage

Das letzte Pflichtspiel lag für den VfB knapp acht Wochen zurück (2:0 gegen Altona), der FC St. Pauli II hatte sogar eine Woche länger Winterpause. In diese waren die Grün-Weißen mit fünf ungeschlagenen Spielen in Serie (13 Punkte) gegangen, die jungen Kiezkicker blieben im Jahresfinale 2019 sogar in sechs Spielen in Folge (10 Punkte) unbezwungen.

Aufstellung

Beim VfB gelang von den drei Winterneuzugängen nur Elsamed Ramaj der Sprung in die Startelf. Im Vergleich zum Altona-Spiel ersetzte er Nicolas Hebisch, Halke spielte für den angeschlagenen Tim Weißmann von Beginn an. Auf Hamburger Seite standen mit Cemal Sezer und Ersin Zehir ehemalige Jugendspieler des VfB Lübeck in der Startelf. Auf der Bank saß ebenfalls ein bekanntes Gesicht: Co-Trainer Ferydoon Zandi verdiente sich als ehemaliger Zweitligaspieler unserer Grün-Weißen von 2002 bis 2004 erste Sporen im Profigeschäft.

Highlights

Der VfB setzte bereits in der dritten Minute das erste Ausrufezeichen, als Patrick Hobsch eine Riedel-Flanke volley abschloss, aber in Brodersen seinen Meister fand. Auf der anderen Seite brauchte es fast eine Viertelstunde, ehe sich Lukas Raeder erstmals strecken musste, um einen Sezer-Schuss aus der Drehung mit den Fingerspitzen zu einer von insgesamt neun St. Pauli-Ecken abzuwehren (13.). Fortan gehörten die nennenswerten Offensivaktionen allesamt dem VfB. Zunächst trat Yannick Deichmann in Erscheinung, überwand bei seinem Vorstoß auch den gegnerischen Torhüter, dabei geriet jedoch der Winkel etwas zu spät. Er konnte dennoch zurück auf Marvin Thiel passen, dessen Flanke allerdings zu hoch geriet (18.).

Von Erfolg gekrönt war der nächste Angriff: Nach einer schönen Kombination über die rechte Seite hatte Hobsch den Blick für den nachrückenden Deichmann, der aus halbrechter Position sehr platziert ins lange Eck zum 1:0 einschoss (22.)! Der Führungstreffer hatte beruhigende Wirkung, die Grün-Weißen waren nun das eindeutig spielbestimmende Team. Das 2:0 nach einer Ecke war somit folgerichtig. Zwar konnte St. Pauli den Standard zunächst noch verteidigen, doch Halke schaltete im Rückraum lauernd am schnellsten und drosch die Kugel volley aus 14 Metern unhaltbar in die Maschen – 2:0 (33.).

Auch in der zweiten Halbzeit setzte zunächst der VfB die Maßstäbe, konterte nach einem albernen Schwalbenversuch der Hamburger im VfB-Strafraum gefährlich über Riedel (56.), und verpasste eine Minute später bei einem Kopfball durch Hobsch die Entscheidung (57.). Erst in der letzten halben Stunde kam St. Pauli zu mehr Spielanteilen. Daran änderte auch die gelb-rote Karte des erst eine Viertelstunde zuvor eingewechselten Theodor Bräuning nichts (75.). Vorher war Raeder gegen Kuyucus‘ abgefälschten Schuss auf dem Posten, kurz vor dem Ende blieb er im eins gegen eins gegen den durchgebrochenen Christian Stark Sieger (89.). Auf der anderen Seite hätte allerdings Tommy Grupe frühzeitig auf 3:0 stellen können, verpasste am langen Pfosten lauernd einen Thiel-Freistoß allerdings knapp.

In der vierten von übertriebenen fünf Minuten Nachspielzeit zauberte Cemal Sezer einen Freistoß aus rund 30 Metern ins kurze Eck, danach war schließlich Feierabend und es stand ein insgesamt verdienter Auswärtssieg für die Grün-Weißen zu Buche.

Fazit

Der VfB schaltete in der letzten halben Stunde der Partie zu sehr in den Verwaltungsmodus und geriet in einigen Strafraumsituationen etwas ins Schwimmen, ohne dass St. Pauli dadurch ernsthafte Gefahr entfachen konnte. Dennoch hatten die Grün-Weißen durchaus auch Möglichkeiten, den Sack früher zuzumachen und somit gibt es am Verdienst des achten Auswärtssieges in dieser Saison keine Zweifel.

Besonderes

Für Kapitän Daniel Halke ist das Edmund Plambeck-Stadion ein ganz besonderes: Seine beiden bisherigen Saisontreffer erzielte er nämlich an dieser Stelle. Jeweils übrigens ins gleiche Tor und beide Male zum jeweiligen 2:0 im jeweils ersten Durchgang.

So geht´s weiter…

Am kommenden Wochenende steht ein Heimspiel auf dem Spielplan. Am 22. Februar 2020 haben wir Holstein Kiel II bei uns auf der Lohmühle zu Gast. Das Landesderby wird um 14 Uhr angepfiffen.

Foto: Agentur 54 Grad

Das Spiel im Stenogramm

FC St. Pauli II: Brodersen – Zehir (60. Meißner), Santos Teixeira, Lee, Bednarczyk (83. Stark), Hornschuh, Senger, Viet, Sezer, Kuyucu, Franzke (60. Bräuning).

VfB Lübeck: Raeder – Arslan, Ramaj (60. Parduhn), Mende, Deichmann (88. Fernandes), Thiel, Malone, Grupe, Halke, Hobsch (78. Rüdiger), Riedel.

Schidsrichter: Eric Müller

Tore: 0:1 Deichmann (22.), 0:2 Halke (33.), 1:2 Sezer (90.+4).

Gelbe Karten: Franzke, Zehir, – Parduhn, Riedel

Gelb-Rote: Bräuning (75./wdh. Foulspiel)