„Es geht darum, junge Spieler in ihrer Entwicklung zu fordern und zu fördern“ – U13-Coach Steven Torge zum Leistungsvergleich

//„Es geht darum, junge Spieler in ihrer Entwicklung zu fordern und zu fördern“ – U13-Coach Steven Torge zum Leistungsvergleich

„Es geht darum, junge Spieler in ihrer Entwicklung zu fordern und zu fördern“ – U13-Coach Steven Torge zum Leistungsvergleich

Der SV Werder Bremen, der Hamburger SV, der FC St. Pauli und natürlich der VfB Lübeck in einem Turnier auf der Lohmühle. Gibt’s nicht? Gibt’s. Und zwar schon am kommenden Sonntag ab 11 Uhr auf den Nebenplätzen der Lohmühle. Unsere U13 mit Trainer Steven Torge, zugleich Torwarttrainer unserer Regionalligamannschaft, hat zu diesem Leistungsvergleich der Topteams im Norden geladen. Das Turnier wird parallel auf zwei Plätzen gespielt, Spieldauer ist jeweils 1 x 30 Minuten im Modus jeder gegen jeden. Das Ende ist gegen 13:10 Uhr geplant.

Wie es genau dazu kam und was sich Steven Torge davon verspricht, erzählt er uns in einem Interview.

Lohmühlen ECHO: Hallo Steven, bereits in der Sommervorbereitung habt ihr ein Turnier mit unter anderem der U13 von Holstein Kiel und FC Hansa Rostock an der Lohmühle durchgeführt. Nun steht der nächste Leistungsvergleich mit den U13-Mannschaften vom SV Werder Bremen, Hamburger SV und FC St. Pauli an. Was versprichst du dir von diesen Vergleichen?

Steven Torge: In erster Linie geht es mir und uns darum, unsere noch jungen Spieler in ihrer Entwicklung stetig zu fordern und zu fördern. Sie werden bei uns gezielt an ihre Leistungsgrenzen herangeführt, dürfen somit ihre Grenzerfahrungen sammeln und können so den nächsten Schritt machen. Und dafür, sind diese Leistungsvergleiche mit überregionalen Mannschaften, welche zu den Besten in ihrer Region gehören, ein ganz wichtiger und entscheidender Baustein. In zweiter Linie wollen wir natürlich den Kontakt zu den anderen Nachwuchs-Leistungszentren aufrechterhalten, um auch nachhaltig gemeinsam an unseren Zielen zu arbeiten, welches bedeutet, so vielen Spielern wie möglich den Sprung in den Lizenz- oder Profibereich zu ermöglichen. Was ausgehend von heute noch ein sehr langer Weg für meine U13 Spieler ist

Lohmühlen ECHO: Ihr habt in der Sommervorbereitung auf 9er-Feld (D-Junioren) gespielt. Das Turnier jetzt findet auf 11er-Feld (ab C-Junioren) statt. Wie kommt es dazu und was bezweckst du damit?

Steven Torge: Unsere Spieler befinden sich mit dieser Saison 2018/2019 in einer der besten Zeiträume, wo wir bestmögliche Lernerfolge mit ihnen erzielen können. Zum einen möchte ich, nachdem wir bereits viele individual- und gruppentaktische Inhalte auf dem 9er-Feld durchgegangen sind nun wieder einen neuen taktischen Anreiz setzen und zum anderen möchte ich meine Spieler auf die kommende Spielzeit vorbereiten. Hier werden sie als U14 in der höchsten Spielklasse in Schleswig-Holstein antreten und überwiegend auf U15-Spieler treffen. Sie werden häufig körperlich unterlegen sein und müssen andere Lösungswege finden, um die Saison 2019/2020 auch auf statistischer Ebene erfolgreich abschließen zu können.

Lohmühlen ECHO: Ist das Großfeld nicht noch zu früh für die U13-Spieler?

Steven Torge: Ja und Nein. Bis zum Saisonende haben wir noch etwas mehr als 8 Monate bis es für die Jungs als U14 in die Oberliga von Schleswig-Holstein geht. Das mag einem als einen großen Zeitraum vorkommen, ist es aber nicht. Durch die Punktspielrunde in der D-Junioren Verbandsliga Süd-Ost sind bereits sämtliche Wochenenden belegt. Hinzu kommt die Hallenrunde, in welcher es im Schwerpunkt um technische und individual-, sowie gruppentaktische Inhalte gehen wird. Für mannschaftstaktische Inhalte bleiben auf die 8 Monate gesehen also nur wenige Wochen, um hier im Schwerpunkt zu arbeiten und auch Leistungsvergleiche durchzuführen. Das Training ist das Eine, ein Wettkampf ist das Andere. Beides bedingt sich und muss sich ergänzen, damit die Spieler sich optimal weiterentwickeln können.

Wir wollen unsere Spieler bewusst und gezielt an ihre Grenzen bringen, um sie zu verbessern und zu einer noch besseren und intensiveren Weiterentwicklung zu motivieren und zu bewegen. Sie haben in den letzten beiden Monaten gezeigt, dass sie lernwillig sind, sich den Herausforderungen gerne stellen und sich somit bestmöglich weiterentwickeln wollen. Dazu gehören gesteuerte und zielgerichtete Grenzerfahrungen unbedingt dazu. Dennoch, wird das Turnier vorerst unser einziger Leistungsvergleich auf 11er-Feld, in diesem Jahr, bleiben. In der Rückrunde werden wir sämtliche Leistungsvergleiche nur noch auf 11er-Feld gestalten.

Lohmühlen ECHO: In deinen Antworten kommen die Worte „Entwicklung“ und „Weiterentwicklung“ sehr häufig vor. Die Worte scheinen dir sehr viel zu bedeuten?

Steven Torge: Absolut. Es gibt zwei Messwerte für Erfolg. Der eine ist der statistische Erfolg, worin Tabellenplatzierungen, Siege und Niederlagen einen Platz finden und das andere ist der Ausbildungserfolg, worin es um die technische, taktische, mentale und konditionelle Entwicklung der Kinder und Jugendlichen geht. Für mich sind Ergebnisse im Nachwuchsbereich zunächst zweitrangig, da dies immer nur einen kurzfristigen Erfolg auf ein Jahr oder eine Saison gesehen bedeutet. Holt Bayern München in der einen Saison das Triple, muss es sich diesen Erfolg im nächsten Jahr dennoch wieder aufs Neue erarbeiten. Ein Spieler kann sich für das Triple in der nächsten Saison seinen Stammplatz nicht erkaufen, er muss ihn sich aufs Neue erarbeiten und seine Leistung bringen. Und dennoch, ab der U14 spielen Ergebnisse eine immer wichtiger werdende Rolle, womit es am Trainer liegt, hier eine für seine Mannschaft passende Mischform zu entwickeln.

Keiner verliert gerne und dazu zähle ich mich auch, aber mir ist es lieber, dass wir ein Spiel mit der U13 verlieren, weil sich meine Spieler mutig zeigen und neue Trainingsinhalte versuchen im Wettkampf, unter hohem Gegner-, Raum- und Zeitdruck, umzusetzen. Davon haben sie in der Nachhaltigkeit wesentlich mehr, als von einem Sieg oder einer Niederlage. Nur wer sich mutig zeigt und neue Inhalte im Wettkampf versucht umzusetzen, wird Fehler begehen, kann aus diesen Fehlern lernen und sich daran weiterentwickeln. Wer immer nur das Abruft, was er schon kann, der wird auf dem Leistungsniveau bleiben, bei welchem er schon ist. Seine Entwicklung wird nicht so rasant voranschreiten, wie bei einem Spieler, der sich mutig zeigt und zeigen darf.

Als Trainer wird man aber häufig an Ergebnissen und Statistiken bemessen, weil es hier einfach und leicht ist, zu erkennen, wer gewonnen und verloren hat. Was sehr häufig jedoch dabei vergessen wird ist, dass es vielen Trainern im Nachwuchsbereich um die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen geht und Erfolge in der Ausbildung eben seine Zeit und seine Geduld benötigt. So kann eine Mannschaft innerhalb weniger Monate einen enormen Leistungszuwachs erfahren, oder auch erst nach einer Saison. Alles was nachhaltig und langfristig wirken und halten soll, benötigt seine Zeit und die Geduld vom Umfeld.

Lohmühlen ECHO: Welche Schwerpunkte hast du für den Leistungsvergleich am Wochenende festgelegt und wie bereitet ihr euch darauf vor?

Steven Torge: In dieser Woche trainieren wir zusammen mit unserer U12 und führen vier Trainingseinheiten durch, um uns bestmöglich auf das 11er-Feld vorbereiten zu können. Ziel ist es, denn Spielern innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums die gruppentaktischen Inhalte bis zum 8-gegen-8 mit auf den Weg zu geben, welche es am Wochenende gilt anzuwenden und einer Prüfung zu unterziehen. Zum einen möchte ich sehen, wie aufnahmefähig die Spieler der U12 und U13 sind und wie schnell die Jungs die Inhalte im Wettkampf unter hohem Zeit-, Gegner- und Raumdruck umsetzen können. Die Ergebnisse jetzt im ersten Durchlauf sind zweitrangig, wichtig ist, dass wir es schaffen die Schwerpunkte auf den Platz zu bringen und uns von Spiel zu Spiel steigern können.

Lohmühlen ECHO: Vielen Dank, für das sehr interessante und informative Interview mit dir Steven und weiterhin viel gutes Gelingen mit deiner U13!

Von | 2018-10-20T15:12:02+00:00 20. Oktober 2018|Hansekicker|