Nur 72 Stunden nach dem Pokal-Highlight gegen den FC St. Pauli ist der VfB Lübeck wieder in der Liga gefordert, wo auf den Aufstiegsaspiranten der Heider SV wartet. Die Dithmarscher sind als Aufsteiger mit Euphorie in die Regionalliga-Saison gestartet, wobei diese nach null Punkten aus drei Partien mittlerweile einen Dämpfer erlitten haben dürfte. Dennoch sollten unsere Grün-Weißen gewarnt sein, denn trotz der enttäuschenden Ergebnisse haben die „Schwarzhosen“ an mancher Stelle auch ihr Potenzial andeuten können.

Als Viertplatzierter aufgestiegen

Dass es ab dieser Spielzeit Regionalliga-Fußball im Stadion an der Meldorfer Straße zu sehen gibt, erscheint auf dem ersten Blick überraschend. Denn der Heider SV beendete die vergangene Saison in der Oberliga Schleswig-Holstein auf einem guten vierten Platz. Normalerweise ist jedoch lediglich der Erstplatzierte zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt. Da jedoch sowohl der Meister NTSV Strand 08 als auch der TSB Flensburg und der SV Todesfelde auf einen möglichen Aufstieg verzichteten, versuchten die Dithmarscher ihr Glück und konnten dank zweier 1:1-Unentschieden gegen den Altonaer FC 93 und den Bremer SV erstmals das Ticket zur Regionalliga Nord lösen.

Verantwortlich für den großen Erfolg ist Trainer Sönke Beiroth, der mit einer Mischung aus jungen Wilden und einigen wenigen Routiniers nun auch in der vierthöchsten Spielklasse angreifen will. Dort vertraut man weiterhin dem Stamm der letztjährigen Mannschaft und verstärkte sie fast ausnahmslos mit Spielern aus unterklassigen Ligen. Lediglich der gerade einmal 20 Jahre alte Alexander Vojtenko, der in der vergangenen Saison noch mit vier Toren und vier Assists erfolgreich im Dress des Altonaer FC 93 gewesen war, sticht als einer der wenigen „Stars“ in den Reihen der Dithmarscher hervor. Deutlich erfahrener ist lediglich der 29jährige Hinrich Schröder, der sich nach dem Oberliga-Abstieg des TSV Lägerdorf den „Schwarzhosen“ angeschlossen hatte.

Deutliche Niederlagen zum Start

Diese überwiegende Unerfahrenheit spiegelte sich dann jedoch auch in den ersten Ergebnissen der noch jungen Spielzeit wider. Zum Auftakt gab es auswärts eine 1:5-Niederlage gegen den Hamburger SV II. Etwas besser lief es dafür im ersten Heimspiel vor der überzeugenden Kulisse von 2335 Zuschauern. Gegen die zweite Mannschaft von Werder Bremen musste man sich nach einem Treffer kurz nach der Pause nur knapp mit 0:1 geschlagen geben. Den nächsten Dämpfer gab es wenige Tage später bei der 1:6-Niederlage gegen Eintracht Norderstedt. Allerdings hatte es anfangs deutlich besser ausgesehen; hatten die Dithmarscher doch durch das Tor von Leif Hahn kurzzeitig mit 1:0 geführt.

Ebenso bemerkenswert wie die Erfolge des „kleinen HSV“ (7x Schleswig-Holstein-Meister, 2x SHFV-Pokalsieger) ist die Tatsache, dass der Heider SV im Jahr 2014 die Ausgliederung der Ligamannschaft in die Heider SV Liga GmbH durchführte, deren Mehrheitseigner gemäß der 50+1-Regel der Stammverein ist.

Düstere Bilanz gegen den VfB Lübeck

In der Vergangenheit trafen der Heider SV und die erste Mannschaft des VfB Lübeck bisher 57 Mal aufeinander, wobei der VfB 30 Partien siegreich gestalten konnte. 15 Mal trennten sich beide Teams unentschieden, nur 12 Mal gewann der HSV. Hinzu kommen zwölf Spiele der Dithmarscher gegen die zweite Mannschaft unserer Grün-Weißen, in denen die „Schwarzhosen“ zumindest drei Siege einfahren konnten. Neben einem Unentschieden mussten sich die Vertreter von der Westküste allerdings auch achtmal dem VfB-Nachwuchs geschlagen geben.

Dennoch sollte der VfB Lübeck das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. Im Heimspiel gegen den letztjährigen Tabellendritten Werder Bremen II haben die Dithmarscher gezeigt, dass sie vor großer Kulisse im heimischen Stadion an der Meldorfer Straße in der Lage sind, ein Topteam vor Probleme zu stellen.