Im Blickpunkt: VfL Wolfsburg II

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Im Blickpunkt: VfL Wolfsburg II

Nach dem 1:1 gegen den VfB Oldenburg und den beiden 3:0-Siegen im Pokal gegen Bordesholm und in der Liga gegen Jeddeloh darf man den Saisonstart zunächst einmal als gelungen einstufen. Die erste Reifeprüfung allerdings steht für den VfB am Freitag in der Fremde an. Denn: Mit der Reserve des VfL Wolfsburg erwartet den VfB eine Mannschaft, die die vergangenen sechs Regionalliga-Spielzeiten immer auf einem der ersten drei Tabellenplätze beendet hat und somit einen echten Prüfstein für den Aufstiegsaspiranten von der Lohmühle darstellt.

Die Jung-Wölfe in der Saison 2018/19: Zwischen radikalem Umbruch …

Es hat fast schon Tradition, dass sich die VfL-Reserve nach jeder Saison tiefgreifenden personellen Veränderungen stellen muss: Dem einen oder anderen Nachwuchsspieler gelingt der sportliche Durchbruch in die Profimannschaft. Und so manches Perspektivtalent wird – wie im Hochleistungssport üblich – in die Ewigkeit transferiert. C’est la vie!

Dieses Mal jedoch erscheinen die Einschnitte bei den Jung-Wölfen besonders radikal: So wurde der in der Vorsaison noch 36 Spieler umfassende Kader auf nunmehr 27 verkleinert. Elf von ihnen werden gar zum ersten Mal das Trikot der Wolfsburger U23 überstreifen, wobei jedoch nur die beiden Mittelfeldspieler Michele Rizzi (Preußen Münster) und Anton Stach (Jeddeloh II) keine VfL-Vergangenheit haben! Der Rest hat sich bereits in den anderen U-Mannschaften des VfL Wolfsburg seine Meriten verdient und darf sich nun erneut beweisen.

Dass die Verantwortlichen hiermit ein gewisses Risiko eingehen, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Allerdings ist diese Entscheidung auch das Ergebnis eines allgemeinen Paradigmenwechsels beim VfL, der durch den Abgasskandal bei VW eingeläutet worden ist: Die Strafzahlen und Regressforderungen hatten die Konzernspitze bereits im Februar 2017 dazu bewogen, die jährlichen Zuwendungen an die Wölfe um 20 Millionen Euro zu kürzen. Anstatt der teuren Stars sollen in der Bundesliga nun langfristig die kostengünstigeren Eigengewächse zum Zuge kommen. Ihre Heranführung an den Profikader obliegt nun der Reservemannschaft um Trainer Rüdiger Ziehl.

… und Kontinuität

Es wäre jedoch übertrieben, von einer Rundumerneuerung des VfL-Kaders zu sprechen.16 der aktuell 27 Akteure bei den Jung-Wölfen sind bereits in der vergangenen Saison gemeinsam auf Tore- und Punktejagd gegangen. Ein eingespielter Stamm steht folglich zur Verfügung, um an die Erfolge vergangener Spielzeiten anknüpfen zu können.

Besonders hervorzuheben ist, dass der U23 die wichtigsten Leistungsträger erhalten geblieben sind. Bis auf Elvis Rexhbecaj (20), der ab sofort in der Bundesliga für Furore sorgen soll, dürfen sich die Lübecker auf ein Wiedersehen mit Daniel Hanslik (22), Murat Saglam und Julian Justvan (beide 20) freuen.

Blaz Kramer (22), der in der abgelaufenen Spielzeit 19 Tore für den VfL II erzielt hat und nach wie vor zum Kader der Wolfsburger Reserve gehört, wird indes nicht zum Zuge kommen. Der junge Slowene wird seiner Mannschaft verletzungsbedingt längere Zeit fehlen. Wir wünschen von dieser Stelle gute Besserung!

Ordentliche Vorbereitung und relativ bescheidene Saisonziele

Rüdiger Ziehls umgebaute Truppe hat sich in der Saisonvorbereitung weitestgehend ordentlich präsentiert. Ein Trainingslager in Polen wurde dazu genutzt, um gegen europäische Nachwuchs- und A-Mannschaften zu testen. So deklassierte etwa die U23 des VfL die U-20-Mannschaft des aktuellen russischen Meisters Lokomotive Moskau mit 8:1 und auch die Nachwuchskicker von Pogon Stettin (Platz 3 in der Play-out-Runde der polnischen Liga) mussten sich am Ende mit 4 : 2 geschlagen geben. Lediglich gegen den zyprischen Erstligisten Omonia Nikosia konnten sich die Jung-Wölfe nicht durchsetzen. 1:2 hieß es nach 90 Minuten.

In der Summe konnte die Reservemannschaft des VfL Wolfsburg vier ihrer sieben Testspiele für sich entscheiden. Demgegenüber stehen zwei Niederlagen und ein Unentschieden.

Obwohl Trainer Rüdiger Ziehl auf der vereinseigenen Homepage von einer „ordentliche[n] Vorbereitung“ sprach, wurden die Saisonziele dennoch relativ bescheiden formuliert. Priorität habe demnach nicht der Gewinn der Meisterschaft, sondern viel mehr die Bestätigung der Leistungen der Vorsaison. Darüber hinaus sollen möglichst viele junge Talente an die Bundesliga-Mannschaft des VfL herangeführt werden.

Wolfsburger gegen Lübeck leicht favorisiert?

Mit Blick auf die vergangene Saison könnte der VfB eigentlich mit einem guten Gefühl in die Autostadt reisen. Auswärts gelang den Lübeckern ein 1:0 und auf der heimischen Lohmühle durften die Grün-Weißen nach einem 3:2 ebenfalls drei Punkte ihr Eigen nennen. Nichtsdestotrotz ist aus mehreren Gründen Respekt geboten: Wolfsburgs U23 kann immer noch auf einen Stamm an eingespielten Kräften zurückgreifen, so dass der VfB auf ein intaktes Kollektiv treffen wird. Und last but not least, trennten sich die Wolfsburger beim Saisonauftakt in einer ausgeglichenen Partie vom Aufstiegsanwärter Werder Bremen II mit 0:0. Nach dem 7:0-Kantersieg über Aufsteiger VfL Oldenburg gab es zuletzt beim zweiten Aufsteiger Holstein Kiel II eine herbe 1:4 Niederlage, von der sich alle VfBer allerdings nicht täuschen lassen sollten.

Von | 2018-08-09T16:53:51+00:00 9. August 2018|1. Herren|