Der VfB Lübeck nimmt die aktuellen Entwicklungen und öffentlichen Stellungnahmen einzelner Gruppen der Fanszene sehr ernst. Die Aufarbeitung der Vorfälle rund um das Heimspiel gegen den Hamburger SV II dauert an und wird mit der notwendigen Konsequenz und Sorgfalt durch die Behörden und durch unsere Unterstützung fortgeführt. Wir haben beim 2. Polizeirevier Lübeck direkt nach dem Vorfall Strafanzeige gestellt (Vorgangsnummer SH / 181141 / 2026) und bitten alle Betroffenen und alle Augenzeugen um aktive Unterstützung, zur Aufklärung der vollzogenen Straftaten beizutragen.

Unabhängig von unterschiedlichen Sichtweisen und Darstellungen einzelner Gruppen bleibt für uns entscheidend: Die Eskalation der vergangenen Wochen – sowohl auf physischer als auch auf verbaler Ebene – hat unserem VfB erheblichen Schaden zugefügt und widerspricht in jeder Hinsicht den Werten, für die unser VfB steht. Wir sagen es klar: Gewalt gegen Menschen, extremistische Gesinnung, rassistische Parolen, Diskriminierung und die Einschüchterung anderer Fans sind mit unserem VfB unvereinbar – nicht als abstrakte Formel, sondern als unmissverständliche Grenze. Mit Erschrecken müssen wir feststellen, dass die Inkaufnahme von Verletzten oder die Empathie mit Opfern der Gewalt nur wenig Erwähnung findet – das ist für uns nicht hinnehmbar und wir distanzieren uns ausdrücklich!

Mit Blick auf das bevorstehende 150. Stadtderby gegen den 1. FC Phönix Lübeck richten wir daher einen klaren Appell an alle Beteiligten:

Unser VfB Lübeck braucht seine Fans – und zwar vereint, nicht gespalten.

Unsere Fanszene war über viele Jahre hinweg ein zentraler Bestandteil dessen, was unseren VfB ausmachte: Leidenschaft, Zusammenhalt und bedingungslose Unterstützung für Grün-Weiß. Diese Stärke droht aktuell verloren zu gehen. Stattdessen entstehen Gräben, die nicht nur das Miteinander in der Kurve, sondern unseren gesamten Verein belasten und schädigen.

Wir erwarten von allen Beteiligten, dass bestehende Konflikte nicht weiter öffentlich oder gar gewaltsam ausgetragen werden. Unterschiedliche Meinungen gehören zu einer lebendigen Fanszene – Gewalt, Diffamierung und Eskalation jedoch nicht. Wer meint, unter dem Deckmantel von Fankultur Gewalt auszuüben oder menschenfeindliche Ideologien verbreiten zu können, hat an der Lohmühle keinen Platz.

Der VfB Lübeck steht seit dem Vorfall bereit, diesen Prozess mit Hilfe aller Gremien aktiv zu begleiten und zu unterstützen – doch ein gemeinsamer Dialog wurde bislang ausgeschlossen, was die Situation nicht verbessert. Der VfB appelliert eindringlich an die Verantwortung aller Gruppen: Setzt Euch an einen Tisch. Sucht den Dialog. Klärt Eure Differenzen intern und mit dem notwendigen Respekt füreinander. Nutzt die Möglichkeiten des Fanprojekts, lasst den Fandialog und den Fanbeirat wieder aufleben!

Gerade mit Blick auf das anstehende Stadtderby erwarten wir von allen Beteiligten, dass der Fokus wieder auf dem liegt, was uns verbindet: die Unterstützung unserer Mannschaft und die gemeinsame Leidenschaft für unseren VfB. Wir schulden es nicht nur unseren Spielern, sondern auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, Mitarbeitenden, Partnern und Familien, die Woche für Woche mit großem Engagement daran arbeiten, dass unser VfB für positive Werte, Gemeinschaft und Zusammenhalt steht.

Der VfB Lübeck wird weiterhin alles dafür tun, ein sicheres und respektvolles Stadionerlebnis zu gewährleisten. Gleichzeitig liegt es auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, seinen Beitrag dazu zu leisten. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Lohmühle wieder das wird, was sie sein soll: ein Ort der Unterstützung, der Leidenschaft und des Miteinanders – offen für alle, die unseren VfB mit Anstand und Respekt unterstützen, und geschlossen gegenüber Gewalt, Diskriminierung, Rassismus, Homophobie, Extremismus jeglicher Form.

Alles, was zählt, ist, dass man zusammenhält!

Ehrenrat, Aufsichtsrat, Vorstand

 

 

 

Foto: Timm Komm

By Published On: 15. April 2026Categories: Fans
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