Der VfB Lübeck musste sich am zweiten Spieltag der Regionalliga Nord beim SV Atlas Delmenhorst mit 0:2 geschlagen geben. Nach einer torlosen ersten Halbzeit sorgten Lucas Bauer (63.) und Ibrahim Temin (69.) mit einem Doppelschlag für den ersten Saisonsieg des Aufsteigers. Nach der Partie ordneten Cheftrainer Kevin Rodewald und Tom Kankowski die Niederlage ein und richteten den Blick zugleich auf das anstehende Heimspiel gegen den VfB Oldenburg.
Kevin Rodewald hatte Atlas bereits im Vorfeld als pragmatisch eingeschätzt und sah diesen Ansatz am Samstag sogar noch ausgeprägter. „Noch extremer als gedacht“, sei die Spielweise des Aufsteigers gewesen. Gleichzeitig erkannte der VfB-Trainer an, dass die Gastgeber die Partie am Ende verdient gewonnen hätten.
Das entscheidende Problem sah Rodewald darin, dass seine Mannschaft zu sehr auf die Spielweise des Gegners eingegangen war. „Wenn wir gegen solche Gegner spielen – und das ist einfach 70 Prozent der Liga –, dann dürfen wir nicht den Fehler machen, uns anstecken zu lassen und genauso zu spielen, weil das nicht unser Spiel ist“, erklärte der VfB-Coach. Die vielen langen Bälle von Atlas habe seine Mannschaft grundsätzlich verteidigen können. Bei der Vielzahl an langen Bällen sei es jedoch schwierig gewesen, diese über die gesamte Spielzeit sauber zu verteidigen.
„Wir waren zu hektisch, wir waren zu wild, konnten nicht unser Spiel aufziehen“, fasste Rodewald zusammen. Gerade dadurch sei es dem VfB nicht gelungen, die eigene spielerische Linie konsequent auf den Platz zu bringen.
Auch Tom Kankowski sah in der fehlenden Konsequenz im eigenen Spiel einen wesentlichen Grund für die Niederlage. „Wir haben uns ziemlich doll an den Gegner angepasst, der viel lang gespielt hat, und haben dann auf einmal nicht mehr das gemacht, was wir eigentlich wollten“, sagte Kankowski. Dadurch sei die Mannschaft zunächst nur schwer in die Partie gekommen.
Gleichzeitig sah Kankowski durchaus Phasen, in denen der VfB das Spiel hätte drehen können. Vor allem nach der Pause erspielten sich die Grün-Weißen mehrere aussichtsreiche Situationen. „Wir haben teilweise vier, fünf Aktionen, wo wir in Überzahl auf deren Sechzehner laufen und das einfach nicht gut ausspielen“, so Kankowski. Aus seiner Sicht hätte der VfB in der zweiten Halbzeit mindestens ein oder zwei Treffer erzielen müssen.
Auch Rodewald verwies auf die vorhandenen Möglichkeiten. Der VfB habe seiner Einschätzung nach durchaus die besseren und qualitativ hochwertigeren Chancen gehabt, unter anderem in Überzahl und in Eins-gegen-eins-Situationen. Diese Möglichkeiten wurden jedoch nicht konsequent ausgespielt. „Die machen wir halt nicht und am Ende kommt so ein Sonntagsschuss dann auch noch mit rein“, sagte der Trainer mit Blick auf die Delmenhorster Führung durch Lucas Bauer.
Am Ende sei deshalb auch maximal ein Punkt möglich gewesen, so Rodewald. „Wir hätten genauso Chancen, die spielen wir nicht aus.“ Kankowski formulierte es ähnlich: „In der Regionalliga, wenn du die vorne nicht machst, kriegst du sie hinten und dann verliert man halt so ein Spiel.“
Viel Zeit, der Niederlage nachzutrauern, bleibt dem VfB ohnehin nicht. Bereits am Dienstag steht auf der Lohmühle das nächste Spiel auf dem Programm. Dann ist der VfB Oldenburg zu Gast, der mit zwei Siegen in die neue Saison gestartet ist. „Oldenburg ist super in Form, haben jetzt beide Spiele gewonnen. Es ist eine super eingespielte Truppe, wird auf jeden Fall kein leichtes Spiel“, blickt Kankowski auf den kommenden Gegner.
Rodewald freut sich derweil ausdrücklich auf die beiden kommenden Aufgaben gegen Oldenburg und am Samstag beim Stadtderby gegen den 1. FC Phönix Lübeck. „Da freue ich mich mehr als auf dieses Spiel“, sagte der VfB-Trainer mit Blick auf die Begegnungen gegen Mannschaften, die einen anderen fußballerischen Ansatz verfolgen. Lange Bälle und das Spiel auf zweite Bälle würden dort voraussichtlich eine deutlich geringere Rolle spielen.
Die Niederlage in Delmenhorst soll deshalb schnell abgehakt werden. „Wir steigen in den Bus und werden das auch nicht analysieren, weil es uns nichts bringt“, erklärte Rodewald. Stattdessen gelte es, den Blick nach vorne zu richten und gegen Oldenburg wieder die eigenen Stärken auf den Platz zu bringen. „Da wollen wir auf jeden Fall unser Spiel weiter verbessern“, sagte Kankowski. „Ich denke, dass wir da eine ganz andere Seite zeigen und dann hoffe ich, dass wir da auf jeden Fall die ersten drei Punkte holen.“
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