Nach dem 0:2 im Halbfinale des Schleswig-Holstein-Pokals beim SV Todesfelde herrschte bei den Grün-Weißen große Enttäuschung. Sowohl auf dem Platz als auch auf der Pressekonferenz wurde deutlich: Der verpasste Finaleinzug sitzt tief – auch, weil man sich im Vorfeld deutlich mehr vorgenommen hatte.
Verteidiger Luca Menke fand unmittelbar nach Abpfiff klare Worte: „Zu verlieren fühlt sich einfach richtig schlecht an. Wir wollten unbedingt ins Finale kommen.“ Dabei sei die Ausgangslage durchaus bekannt gewesen. „Wir wussten, dass es hier ein schwieriges Spiel wird – ein enger Platz, viele Zweikämpfe, ein Gegner, der sehr kompakt steht.“
Aus seiner Sicht habe der VfB zwar über weite Strecken die Kontrolle gehabt, daraus aber zu wenig gemacht: „Wir sind eine Liga höher, wir müssen das Spiel an uns reißen. Das haben wir größtenteils auch geschafft, aber wir haben einfach zu wenig zwingende Chancen kreiert.“ Besonders bitter sei dabei, dass die Gegentore nicht aus klar herausgespielten Situationen entstanden: „Hinten haben wir eigentlich viel wegverteidigt, aber dann passieren zwei individuelle Fehler – und die werden direkt bestraft.“
Als entscheidenden Faktor nannte Menke den frühen Rückstand: „Wenn du so früh das 0:1 bekommst, spielt das natürlich genau in die Karten von Todesfelde. Die stehen dann tief, verteidigen mit vielen Spielern und machen es dir extrem schwer.“ Dennoch wollte er das nicht als Ausrede gelten lassen: „Wir hatten es selbst in der Hand, das Spiel noch zu drehen – das haben wir nicht geschafft. Das tut richtig weh.“
Auch Cheftrainer Guerino Capretti zeigte sich nach der Partie enttäuscht, ordnete die Niederlage jedoch differenziert ein. „Glückwunsch an Todesfelde zum Sieg. Wir wussten, dass wir gegen einen tiefen Block spielen müssen – und dafür brauchst du Geduld“, erklärte der VfB-Coach. Der Matchplan sei klar gewesen: den Gegner laufen lassen, ihn müde spielen und im weiteren Verlauf die entscheidenden Chancen nutzen.
Dieser Ansatz wurde jedoch früh über den Haufen geworfen: „Wenn du nach drei Minuten in Rückstand gerätst, ist der Plan natürlich erstmal dahin.“ Dennoch habe seine Mannschaft anschließend viel Ballbesitz gehabt, ohne jedoch die nötige Durchschlagskraft zu entwickeln. „Der Gegner hat es gut gemacht, sehr kompakt und leidenschaftlich verteidigt. Mit den Fans im Rücken wurde jede Aktion gefeiert – das macht natürlich auch etwas mit dem Spiel.“
Capretti nahm zudem seinen jungen Innenverteidiger Gianluca Pelzer in Schutz, der an den Gegentoren beteiligt war: „Er ist 19 Jahre alt und ein sehr talentierter Spieler. Fehler gehören dazu, auch wenn es in so einem Spiel natürlich extrem ärgerlich ist. Das wird ihn in seiner Entwicklung weiterbringen.“
Zur Pause habe man bewusst Ruhe bewahren wollen: „Wir haben gesagt, wir müssen einen kühlen Kopf behalten, unsere Chancen werden kommen.“ Und tatsächlich hatte der VfB in der zweiten Halbzeit bessere Phasen – doch genau in diesem Moment fiel die Vorentscheidung: „Als wir das Gefühl hatten, dass wir besser ins Spiel kommen und der Gegner vielleicht nachlässt, fällt das 0:2. Das war natürlich ein Nackenschlag.“
Am Ende zog Capretti ein nüchternes Fazit: „Wir sind alle enttäuscht, wir hätten gerne das Finale erreicht. Aber wenn du zwei Gegentore bekommst und selbst keines erzielst, dann ist der Sieg für Todesfelde auch verdient.“
So bleibt unter dem Strich ein gebrauchter Pokalnachmittag für die Grün-Weißen, die sich nun schnell wieder auf den Ligaalltag fokussieren müssen. Klar ist jedoch auch: Die Enttäuschung über das verpasste Finale wird die Mannschaft noch eine Weile begleiten.
Foto: Agentur 54 Grad
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