Der VfB Lübeck ist im Landespokal mühelos ins Halbfinale eingezogen. Beim hochgehandelten, aber enorm ersatzgeschwächten Oberligisten PSV Neumünster gewannen die Burschen von Trainer Rolf Landerl am Abend mit 4:1 (1:0).

Die Ausgangslage

Beide Mannschaften hatten ihr Erstrunden-Match, das in Schleswig-Holstein gleichbedeutend mit dem Einzug ins Viertelfinale ist, deutlich für sich entscheiden können. Die Neumünsteraner vermöbelten den Aufsteiger Preußen Reinfeld mit 7:1, der VfB besiegte den TSV Bordesholm mit 6:0.

In der Liga musste Neumünster zuletzt eine 0:5-Heimpleite gegen den Phönix hinnehmen. Zehn Tage zuvor gab es auch an der Lohmühle gegen unsere U23 ein 0:5. Zwei Siege gegen Kropp und in Eichede komplettieren einen eher durchwachsenen Saisonstart, während die Brust des VfB nach fünf Siegen aus fünf Regionalligaspielen entsprechend breit ist.

Die Aufstellungen

Beim VfB setzte Trainer Rolf Landerl auf Rotation: Im Tor durfte Benjamin Gommert ran, davor standen Dongsu Kim, Ryan Malone, Corvin Bock, Fabio Parduhn und Nicolas Hebisch in der Startelf, die zuletzt in der Regionalliga gegen den FC St. Pauli II noch auf der Bank saßen. Dafür erhielten neben Torhüter Lukas Raeder auch Yannick Deichmann, Ahmet Arslan, Tim Weißmann und Patrick Hobsch eine Auszeit in Form eines Bankplatzes, Tommy Grupe war neben den angeschlagenen Dennis Hoins und Marvin Thiel sogar nur als Zuschauer nach Neumünster gereist.

Der PSV Neumünster hatte mit Timo Barendt einen ehemaligen VfBer in seinen Reihen. Trainer Thomas Möller, ebenfalls mit VfB-Vergangenheit beseelt, standen insgesamt lediglich 16 Spieler zur Verfügung.

Die Highlights

Die Challenge des PSV Neumünster wurde schnell deutlich: Eine hohe Niederlage galt es zu verhindern. Auf den ersten Neumünsteraner trafen unsere Mannen frühestens 35 Meter vor des Gegners Tor, ganze vier Vorstöße des Oberligisten in die VfB-Hälfte waren im ersten Durchgang zu zählen. Aus einer Ecke kurz vor der Pause entstand sogar die beste Neumünsteraner Gelegenheit, doch Foits Kopfball wurde zur sicheren Beute Gommerts.

Zu diesem Zeitpunkt allerdings führte der VfB bereits durch ein Tor von Nicolas Hebisch, der den Ball nach einer Schelle-Ecke von Parduhn verlängert bekam und aus der Drehung traf (28.). Davor und auch danach hatte vor allem Florian Riedel gleich drei Mal den Treffer auf dem Fuß (4./21./42.), doch das nötige Fortune im Abschluss war nicht auf seiner Seite. Ein weiterer Hebisch-Kopfball nach guter Balleroberung von Parduhn (22.) sowie ein stark elfmeterverdächtiges, allerdings nicht geahndetes Foul an Sven Mende (18.) hätten das Ergebnis schon vor der Pause deutlicher werden lassen können.

Dies gelang den Jokern nach dem Seitenwechsel. Lucas Will, ebenso wie Yannick Deichmann zur zweiten Halbzeit in die Partie gekommen, traf bereits in der 47. Minute, nachdem er mustergültig geschickt und den Neumünsteraner Torhüter Philipp Reinhold umkurvt hatte (47.). Frischen Wind brachte auch Deichmann in die Partie, der über den rechten Flügel kommend zunächst ins lange Eck zum 3:0 schlenzte (76.) und nur eine Minute später dem ebenfalls eingewechselten Miguel Fernandes zum 4:0 auflegte (77.). Da war der VfB bereits in Unterzahl, weil sich Fabio Parduhn zunächst mit dem Schiedsrichter um den Abstand der Mauer stritt (59./gelb) und nur zwei Minuten später einen Neumünsteraner nach einem Zweikampf umstieß und somit eine unnötige Ampelkarte bekam (61.).

Den Schlusspunkt setzte schließlich Lasse Blöcker, der eine Unkonzentriertheit von Dongsu Kim ausnutzte, und zum 1:4-Endstand traf. Die Schlussphase bestritt der VfB sogar nur noch zu Neunt, weil sich Ryan Malone am Knie verletzte und das Feld verließ, das Wechselkontingent allerdings schon erfüllt war.

Das Fazit

Der VfB zog gegen einen destruktiven Gegner, der selbst in Überzahl keinen Mut zur Offensive bewies, verdient in die nächste Runde ein.

So gehts weiter…

Am Wochenende haben die Grün-Weißen spielfrei. Somit gilt jetzt schon die volle Konzentration dem Topspiel am 28. August 2019 gegen den VfL Wolfsburg II. Im Pokal geht es dann voraussichtlich im Oktober beim TSB Flensburg um den Finaleinzug. Dem PSV Neumünster wünschen wir für den weiteren Saisonverlauf alles Gute.

Foto: Agentur 54 Grad

Das Spiel im Stenogramm

PSV Neumünster: Reinhold – Fürst, Blöcker, Barck (81. Rantzsch), Bruns, Foit, Braun, Lorenzen, Falk (67. Igbokwe), Baese, Barendt (75. Steinmetz).

VfB Lübeck: Gommert – Kim, Mende (46. Will), Hebisch, Malone, Halke, Schelle, Bock, Matovina (69. Fernandes), Parduhn, Riedel (46. Deichmann)

Schiedsrichter: Christopher Horn

Zuschauer: 524

Tore: 0:1 Hebisch (28.), 0:2 Will (47.), 0:3 Deichmann (76.), 0:4 Fernandes (77.).

Gelbe Karten: Barendt, Lorenzen – Parduhn.

Gelb-Rote Karte: Parduhn (61.)