Freude / Jubel / Torjubel nach dem 2:2 Torschuetze Stefan Richter (VfB Lübeck)

Ein Sieg der Moral – VfB punktet in den Schlussminuten dreifach


Nein, ein Spiel für Feinschmecker war das Nachholspiel vom 22. Spieltag zwischen Drochtersen/Assel und dem VfB Lübeck am Abend sicherlich nicht. Ein Spiel mit vielen Kuriositäten war es allerdings schon. Und ein Sieg der Moral allemal. Am Ende stand für die Mannschaft von Trainer Rolf Landerl nach einem 0:2-Rückstand ein später 3:2-Erfolg – der erste auf fremdem Platz in diesem Jahr.

Die Grundvoraussetzungen waren alles andere als optimal. Nur 16 Spieler umfasste der von Landerl nominierte Kader. Neben Dennis Wehrendt fiel kurzfristig auch noch Panajiotis Haritos verletzungsbedingt aus. Dafür rückte Nils Lange auf die Innenverteidigerposition. Erstmals nach langer Zeit stand auch Cemal Sezer wieder im Regionalligakader. Er nahm neben Jonas Toboll, Stefan Richter, Maurice Maletzki und Abdullah Abou Rashed auf der dünn besetzten Bank Platz.

Die 611 Zuschauer bekamen im ersten Durchgang ein durchschnittliches Regionalligaspiel unter Dauerregen zu sehen. Der VfB fand offensiv so gut wie gar nicht statt. Lediglich ein Distanzschuss und ein Freistoß jeweils von Marcello Meyer (5./45.) konnten die Beobachter wohlwollend notieren. Die Gastgeber kamen zwar auch kaum zu zwingenden Gelegenheiten, taten aber insgesamt mehr für das Angriffsspiel und waren speziell durch Standard latent gefährlich. Logische Schlussfolgerung: Die Führung erzielte Florian Nagel durch einen direkt verwandelten Freistoß (25.).

Im zweiten Durchgang veränderte sich das Bild zunächst kaum. Zwar hatte der VfB mit Stefan Richter (für Gary Noel) und Abdullah Abou Rashed (für Henrik Sirmais) zwei frische Kräfte auf dem Feld, das zweite Tor an diesem Abend erzielte allerdings Drochtersen. Erneut musste ein Standard dafür herhalten, erneut war es Florian Nagel, der VfB-Keeper Alexander Langer diesmal aus über 30 Metern mit einem Pfund in den Winkel überraschte (63.).

Erst jetzt war Grünweiß hellwach: Der kurz zuvor eingewechselte Cemal Sezer prüfte Drochtersens Schlussmann aus spitzem Winkel (65.), Stefan Richter setzte einen Flugkopfball nach Abou Rashed-Flanke über das Tor (70.). Die endgültige Entscheidung vergab auf der anderen Seite Jasper Gooßen, der nach einer tollen Kombination völlig freistehend beinahe kläglich vergab (71.).

In der 80. Minute folgte schließlich der Moment, der dem Spiel die Wendung geben sollte. Nach einem Freistoß flipperte der Ball durch den Strafraum der Hausherren zum Anschlusstreffer ins Netz. Torschütze? Der Schiedsrichter notierte Richter, Sezer jedoch nahm für sich in Anspruch, als Letzter am Ball gewesen zu sein (80.). Egal. Nur zwei Minuten später segelte der nächste Freistoß an den Fünfmeterraum, diesmal war es eindeutig Richter, der den Ball per Kopf zum Ausgleich versenkte (82.).

Doch damit nicht genug: In Unterzahl, Marcello Meyer musste nach der Ampelkarte vorzeitig zum Duschen (87.), zirkelte Abou Rashed einen Freistoß in den Strafraum und übertölpelte mit viel Effet Drochtersens Schlussmann Siefkes – 3:2 (88.). Und fast, ja fast wäre in der Nachspielzeit sogar noch das 4:2 gelungen, als Siefkes längst mitstürmte und Abou Rashed von der Mittellinie aufs leere Tor hämmerte. Der Ball sprang jedoch kurz vor dem Tor auf und somit knapp über das Gehäuse.

Der VfB springt durch diesen Erfolg für zumindest eine Nacht zurück auf den dritten Tabellenplatz. Am kommenden Sonntag geht es für die Grünweißen bei Eintracht Braunschweig II weiter. Anstoß ist um 14 Uhr.

SpVgg Drochtersen/Assel: Siefkes – Klee, Serra, Nagel, Gooßen, Mau, Neumann (74. Ioannou), Rogowski, Elfers, Zöpfgen, Winkelmann

VfB Lübeck: Langer – Gomig, Noel (46. Richter), Sirmais (46. Abou Rashed), Meyer, Thiel, Lange, Büyükdemir (64. Sezer), Gebissa, Ebot-Etchi, Marheineke

Schiedsrichter: Jorrit Friedrich Eckstein-Staben

Gelbe Karten: Gooßen – Büyükdemir, Meyer, Marheineke, Ebot-Etchi

Gelb-Rote Karte: Meyer (87.)

Tore: 1:0 Nagel (25.), 2:0 Nagel (63.), 2:1 Sezer (80.), 2:2 Richter (82.), 2:3 Abou Rashed (89.)