Es ist sicherlich die bisher schwächste Saison, die der SSV Jeddeloh seit dem Aufstieg in die Regionalliga Nord im Sommer 2017 spielt. Dennoch ist die Truppe des niederländischen Cheftrainers Jouke Faber ab und an für eine Überraschung gut. Das zeigte beispielsweise der deutliche 6:0-Triumpf gegen Hannover 96 II – ausgerechnet einen Spieltag, nachdem die Niedersachsen auf der Lohmühle das Hinspiel gegen den VfB mit 1:3 verloren hatten, oder auch das 1:1 beim neuen Spitzenreiter VfL Wolfsburg II. Nun startet also die zweite Hälfte der Saison, in der der die Blau-Weißen gewiss alles dafür tun werden, um den Klassenerhalt auch im dritten Jahr in Folge zu sichern. Mit dem Sammeln der dafür nötigen Punkte wollen sie am liebsten schon gegen unsere grün-weißen Burschen beginnen.

Positive Einstellung, niederländische Fraktion und erfahrene Kräfte

Dafür ist eine angstfreie Atmosphäre wichtig, die Jouke Faber trotz der sportlich schwierigen Lage nach wie vor feststellt: „Die Jungs bewahren ihre positive Einstellung. Ich habe weiterhin Vertrauen in die Jungs und die Jungs haben uns auch mitgeteilt, dass sie weiter hinter unserer Arbeit stehen“, berichtete er gegenüber der Nordwest-Zeitung nach der bitteren 0:2-Auswärtsniederlage im Derby gegen den VfB Oldenburg Mitte Oktober. Diese Arbeit bestreitet der Niederländer auf dem Platz seit seinem Amtsantritt im Sommer mit vier Landsmännern: Pelle Boevink hütet seit dem Saisonstart das Tor, Jeremy van Mullem soll als Innenverteidiger die Defensive stabilisieren, Nikky Goguadze über die Flügel flitzen und Tim van de Schepop als Stürmer die Tore besorgen. Letzterer erfüllt mit gerade einmal 20 Jahren seine Aufgaben bereits vollumfänglich und ist mit zehn Treffern aktuell der Top-Torjäger seines Teams. Dass es sportlich trotzdem noch nicht rundläuft, scheint eher an der löchrigen Defensive zu liegen: auch wenn Pelle Boevink bereits viermal die Null halten konnte.

Um die letzte Konsequenz zu erreichen, wird es daher auf die erfahrenen Akteure rund um Thorsten Tönnies, Kevin Samide, Shaun Minns und Neuzugang Muhittin Bastürk ankommen, die der ansonsten jungen Mannschaft Stabilität und Rückhalt geben müssen. Auffällig in einem stärker veränderten Kader ist zudem Ryoya Ito. Der 21jährige Japaner ist in den Jugendabteilungen von Bayern München, Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf ausgebildet worden und nach einer wenig erfolgreichen Zwischenstation bei Sagan Tosu nach Deutschland zurückgekehrt. Als Vorlagengeber und zweifacher Torschütze hat sich Ryoya Ito bereits gut ins Teamgefüge integriert.

Erfolg durch Fleischfabrikant und Trainergespann

Für dieses Teamgefüge samt Arbeitsplätzen sorgt seit etlichen Jahren mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Fleischfabrikant Rolf Bley; und dies mit Erfolg! Dank seines Engagements glückte der Aufstieg aus den Niederungen der Ammerlandklassen und Weserligen bis in die Regionalliga Nord. Für die Meisterschaft in der Oberliga Niedersachsen 2016/17 und den direkten Klassenverbleib in der nachfolgenden Spielzeit zeichnete das damalige Trainergespann Thomas Schuhknecht und Key Riebau verantwortlich. Sie waren auch beim erstmaligen Auftritt der Jeddeloher im DFB-Pokal dabei, der jedoch durch das 2:5 gegen den 1. FC Heidenheim nur eine kurze Episode bleiben sollte. Jener Key Riebau verantwortet mittlerweile das spannende Projekt Atlas Delmenhorst und folgte dort auf Olaf Blancke, den es als neuen Co-Trainer wiederum zurück nach Jeddeloh gezogen hatte. Ein „Bäumchen wechsle dich“ mitten in Niedersachsen! Trotz Blanckes elfjähriger Expertise als Cheftrainer bei den Ammerländern will sich der Erfolg in der Gemeinde Edewecht bis dato nicht so recht einstellen.

Nur drei Siege und düstere Bilanz gegen den VfB Lübeck

In dieser Spielzeit konnten neben dem oben bereits erwähnten 6:0-Erfolg gegen Hannover 96 II erst zwei weitere Siege verbucht werden. Gegen Holstein Kiel II sprang ein 4:2 heraus, der Hannoversche SC unterlag in der 53acht-Arena mit 0:3. Auffällig sind allerdings die weiteren Punktgewinne ausgerechnet gegen die Zweitvertretungen des FC St. Pauli (0:0), des VfL Wolfsburg (1:1) und zuletzt beim SV Werder Bremen (2:2).

Düster sieht aus Sicht der Blau-Weißen die Bilanz gegen den VfB Lübeck aus. Fünfmal traten beide Teams bislang gegeneinander an, jedes Mal siegten die Grün-Weißen. Zuletzt am ersten Spieltag dieser Saison mit 3:1 durch Tore von Ahmet Arslan, Tommy Gruppe und Patrick Hobsch. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer erzielte Moritz Seiffert.

Was spricht in dieser Situation also aktuell für den SSV Jeddeloh? Vorrangig, dass die Mannschaft von Jouke Faber mehr an einer Auswärts- als an einer Heimschwäche leidet. Hätten sie in der Fremde ebenso konstant gepunktet wie auf heimischem Geläuf (elf Zähler), so wäre nicht nur das Punktekonto erhöht, sondern gleichzeitig auch ein sicherer Platz im Tabellenmittelfeld erspielt worden. Diese Heimstärke des SSV sollten die Burschen von Rolf Landerl bei ihrer Auswärtspartie nicht aus den Augen verlieren. Ein Selbstläufer wird diese Partie trotz des eher mäßigen Jeddeloher Saisonverlaufs nicht werden.