Da war viel drin – ein später Punktgewinn, Emotionen, Provokationen, Unsportlichkeiten. Das Nachholspiel in der Regionalliga Nord zwischen Hannover 96 II und dem VfB Lübeck bot vieles – nicht nur schönes. Am Ende stand ein spätes 1:1, der eingewechselte Youngster Lukas Will glich eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit den Treffer von Hannovers Marco Stefandl aus der 47. Minute aus.

Ausgangslage

Seit Mitte März schleppte der VfB dieses Nachholspiel in Hannover mit sich rum, heute nun sollte es den Abschluss dieser Auswärtsspielserie, die so erfolgreich verlief und diese ohnehin schon beeindruckende Serie auf insgesamt elf ungeschlagene Spiele in Folge bei nur einem Unentschieden und einem Gegentor in die Höhe schraubte.

Hannover war ebenso gut ins neue Jahr gestartet, konnte die ersten fünf Partien am Stück gewinnen. Gegen Rehden und Werder II folgten dann allerdings zwei Niederlagen. Erst am Samstag konnte man gegen den VfL Oldenburg wieder drei Zähler einfahren.

Aufstellungen

In unserer Elf gab es nach dem Rehden-Spiel zwei zwangsläufige Änderungen: Dongsu Kim und Kresimir Matovina waren neu dabei und ersetzten die gelbgesperrten Tim Weißmann und Florian Riedel.

Bei den Hannoveranern blieb die große Profi-Verstärkung aus. Nach dem 4:1-Erfolg gegen Oldenburg veränderte Coach Christoph Dabrowski seine Anfangself nur auf einer Position: Maurice Springfeld blieb zunächst nur der Platz auf der Bank, Maurice Hehne rückte dafür auf.

Highlights

Beide Mannschaften schenkten sich über die gesamte Spieldauer nichts. Chancen gab es schon im ersten Durchgang auf beiden Seiten. Nach einem Hobsch-Kopfball (14.) war Arslans Freistoß in der 23. Minute ans Lattenkreuz die wohl sehenswerteste Möglichkeit (23.). Doch auch Hannover tauchte gleich zwei Mal gefährlich im VfB-Strafraum auf, doch Halke (30.) und Gruppe (33.) verhinderten mit großem Einsatz Schlimmeres.

Nach dem Seitenwechsel wurde der VfB kalt erwischt. Die Hintermannschaft bekam einen Ball im eigenen 16er nicht geklärt, Marco Stefandl fiel der Ball auf den Fuß und aus der Drehung zimmerte er ihn zur Führung ins lange Eck. Es war nach 614 Minuten das erste Gegentor für den VfB auf fremden Plätzen.

Der VfB hatte die direkte Antwort (fast) auf dem Fuß, doch Ahmet Arslan vergab nur zwei Minuten später völlig freistehend (49.). Hannover hatte jetzt seine beste Phase, ließ jedoch weitere Möglichkeiten ungenutzt, die beste durch Hadzic in der 60. Minute, der in Gommert seinen Meister fand.

Erst jetzt fand der VfB zurück ins Spiel und hatte wieder die Kontrolle über selbiges gewonnen. Matovina mit einem strammen Hammer aufs kurze Eck (72.), Grupe per Kopf (74.) und der gerade eingewechselte Lucas Will (88.) hatten gute Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen. Dies war letztlich dem Joker Will vorbehalten, der eine Deichmann-Flanke wuchtig ins Eck köpfte – 1:1.

Vielleicht wäre sogar noch mehr für unsere Burschen drin gewesen, wäre die Taktik der U23 des designierten Bundesliga-Absteigers in Form unwürdiger Provokationen der 96-Akademie vom Leiter bis hin zum Co-Trainer, die ihre Balljungen bereits nach dem eigenen Führungstreffer in den Feierabend schickten, nicht doch noch aufgegangen. Nach dem Ausgleichstreffer wurde Ronny Horneck, wie in den Minuten zuvor auch schon fünf andere Offizielle auf beiden Seiten, zunächst des Innenraums verwiesen, danach gab es eine Rudelbildung ungeahnten Ausmaßes, in dessen Folge Patrick Hobsch auch noch die Rote Karte sah.

So geht’s weiter

Nach der Osterpause haben wir am Freitagabend, 26. April 2019 den SV Drochtersen/Assel auf der Lohmühle zu Gast. Anstoß ist um 19:30 Uhr.

Das Spiel im Stenogramm

Hannover 96 II: Weinkauf – Tarnat, Emghames (57. Mustafa), Stefandl, Hehne, Gloster, Schulz (79. Springfeld), Morison, Marusenko, Dierßen, Hadzic (81. Ritzka)

VfB Lübeck: Gommert – Kim, Arslan, Mende (84. Will), Deichmann, Thiel, Grupe, Halke, Hoins (57. Franziskus), Matovina, Hobsch

Schiedsrichter: Murat Yilmaz

Gelbe Karten: Marusenko – Matovina

Tore: 1:0 Stefandl (47.), 1:1 Will (89.)

Rote Karte: Hobsch (90.+2/Tätlichkeit)